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Sa vie son oeuvre

L’assassinat de Louis II : un film révèle de nouvelles preuves.

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HOLLFELD. Für Klaus Bichlmeier ist das Rätsel gelöst: König Ludwig II. hat im Starnberger See nicht etwa Selbstmord begangen. Er ist dort vielmehr erschossen worden, daran gibt es keinen Zweifel mehr. Der Mörder des Märchenkönigs: ein regierungstreuer Gendarm. Konkreter wird der Film nicht, der im Hollfelder Kintopp gezeigt werden soll. Und obwohl der Film, der das mittlerweile 132 Jahre alte Rätsel lüften soll, bisher nur in Oberbayern gezeigt wurde, hat er es bereits in englische Zeitungen geschafft.

Die Dokumentation sei anders als die gut 200 Filme, die bisher über den bayerischen Märchenkönig gedreht worden sind. Sie zeige weniger die Heile Welt des Mannes, der für seien Bausucht bekannt war und den Bayern Schlösser wie Neuschwanstein, Herrenchiemsee und Linderhof hinterlassen hat. Vielmehr geht es um eine Rekonstruktion der letzten Stunden des Königs.

Auslöser für den Film ist ein Brief, der vor zwei Jahren vom Hausarchiv der Wittelsbacher freigegeben wurde und den Bichlmeier als „Urknall der Ludwigforschung“ bezeichnet. Der Brief, drei Tage vor seinem Tod an seinen Vetter Prinz Ferdinand Ludwig geschrieben, rüttelt an der Theorie, wonach Ludwig II. nicht mehr Herr seiner Sinne gewesen sei und unter anderem deswegen entmachtet wurde. Einstimmig hatte der Ministerrat am 9. Juni 1886 die Absetzung des Königs und die Übernahme der Regentschaft durch Prinz Luitpold beschlossen. In Schloss Neuschwanstein bekommt Ludwig II. davon Wind, lässt die ersten vier „Irrenpfleger“, die ihn holen sollen, noch verhaften. Während sich ein zweiter Trupp zu ihm unterwegs ist, schreibt er den Brief. „Denke was Unerhörtes heute geschehen ist!!“, schreibt er in dem Dokument, das gemeinhin als Hilferuf gedeutet wird. Von einer „schändlichen Verschwörung“ und von Schand-Rebellen“ ist die Rede. Den Vetter bittet er, ihm zu helfen, damit „Licht in diesen Abgrund von Bosheit“ kommt.

Nach Veröffentlichung des Briefes begibt sich Bichlmeier auf Spurensuche. Er findet zwei Männer, die die Mord-These stützen, die bislang aber noch nie öffentlich dazu Stellung bezogen haben. Einer der zwei ist Willy Beyhl. Dessen Vater soll ein Handwerker der Wittelsbacher gewesen sein. Seine Dienstwohnung habe auf Schloss Nymphenburg gelegen. Vor 57 Jahren sei ein Chauffeur der Wittelsbacher vorstellig geworden um den Mantel des Königs in der Wohnung des Handwerkers zu verbrennen. Bis dahin sei der Mantel, den Ludwig II. noch im See getragen habe, von Reichsgräfin Josephine von Wrbna-Kaunitz aufbewahrt worden. In der Wohnung des Handwerkers sollte er verbrannt werden, weil dort der letzte verbliebene Ofen des Schlosses gestanden habe. Willy Beyhls Vater habe in dem Mantel zwei Einschusslöcher entdeckt.

Der zweite Mann, den Bichlmeier in seinem Film zum Reden bringt, ist Ade Huber. Er soll der Urenkel von Leonhard Huber sein, dem Mann, der Ludwig II. 1886 aus dem Starnberger See gezogen haben soll. Eine Urkunde belege, dass der Uropa offenbar dadurch zum Schweigen gebracht wurde, dass man ihm lebenslanges Wohnrecht auf Schloss Nymphenburg versprochen habe. Vor allem die bisher unbekannten Zeitzeugen sind es, die selbst die London Times über Bichlmeiers Film berichten ließ.

Dass der Film in Hollfelder Kintopp gezeigt wird, ist einem Speichersdorfer Ludwig-Fan zu verdanken. Jürgen Hofmann aus Göppmannsbühl hat Original-Unterschriften des Märchenkönigs erstanden, hat alle Schlösser des Märchenkönigs besucht, hat 15 Bücher über Ludwig II. teils mehrfach gelesen. „Der Mythos fasziniert mich“, sagt Hofmann, der wie der Filmemacher Bichlmeier überzeugt ist, dass der König erschossen wurde. Von bayerischen Gendarmen, die der Regierung näher waren als dem König. Und als Hofmann von dem Film erfuhr und erste Kritiken darüber las, habe er sich gedacht: „Den will ich sehen, aber nach Oberbayern fahre ich deswegen nicht.“ Als gebürtiger Kulmbacher, aufgewachsen in Alladorf, kenne er das Kintopp von Kindesbeinen an. Schließlich stellte Hofmann den Kontakt zwischen dem Filmemacher und dem Vorsitzenden des Kintopp-Vereins, Winfried Hartl, her. Eine Vorführung zur Festspielzeit scheiterte an der Sommerpause des Kinos. Hofmann bedauert das. „Wagner-Fans sind Ludwig-Fans“, sagt der Speichersdorfer. Tatsächlich hat Wagner Ludwig II. viel zu verdanken. Fasziniert von der Sagenwelt der Wagner-Opern rief der gerade erst zum König gekürte Ludwig II. den verschuldeten Komponisten 1864 nach München. Dort versprach er, den Komponisten großzügig zu fördern und seine Schulden zu begleichen.Später mietete er ihm eine Villa in München und unterstützte seine Pläne für den Bau eines Festspielhauses in Bayreuth.

Und dennoch: Hartl, der Vorsitzende der Kintopp-Freunde, sagt, er sei zunächst gar nicht begeistert von der Idee gewesen, den Film in Hollfeld zu zeigen. Immerhin 13 Euro Eintritt wird die Vorstellung kosten. Ob ein solcher Preis in der Fränkischen Schweiz, wo die Halbe 2,30 Euro kostet, gut ankommt? Andererseits müsste man eh regionales Publikum ansprechen um die 170 Sitzplätze besetzt zu bekommen. Nicht selten zeigt das Kintopp Filme, zu denen gerade einmal 15 Zuschauer kommen. Und zu guter Letzt zweifelte Hartl daran, dass sich die Franken in ausreichend hoher Zahl für das Schicksal des bayerischen Königs interessierten. Schließlich entschieden sich Hartl und seine Mitstreiter aber dazu, den Film zu zeigen. Ein volles Haus sei möglich, schließlich sei der Film außerhalb Oberbayerns noch kein einziges Mal gezeigt worden.

Info: Das Kintopp zeigt die Dokumentation „Ludwig II. – Unerhörtes ist geschehen“ am Sonntag, 28. Oktober um 11 Uhr. Die etwa zweistündige Vorstellung besteht aus Einspielern und Redebeiträgen des Filmemachers Klaus Bichlmeier, der anwesend sein wird. Karten für die Vorstellung kosten 13 Euro und werden bald über www.okticket.de erhältlich sein.