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His life his work

Un film révèle la vérité : Louis II a été assassiné !

Rätsel um König Ludwig II.Neue Dokumente aufgetaucht: Es war Mord!

Irene Kleber, 13.06.2018 – 12:31 Uhr
Ludwig II., der Schlösserbauer und Märchenkönig, war bis zu seinem mysteriösen Tod am 13. Juni 1886 König von Bayern. Jetzt tauchen neue Belege auf – wie die Urkunde (links). Die zeigt: Kurz nachdem Leonhard Huber, Verwalter von Schloss Berg, die Leiche des Königs aus dem See geborgen hat, bekommt er – plötzlich – lebenslang kostenlos Wohnrecht auf Schloss Nymphenburg. Schweigegeld? Foto: dpa, Klaus BichlmeierLudwig II., der Schlösserbauer und Märchenkönig, war bis zu seinem mysteriösen Tod am 13. Juni 1886 König von Bayern. Jetzt tauchen neue Belege auf – wie die Urkunde (links). Die zeigt: Kurz nachdem Leonhard Huber, Verwalter von Schloss Berg, die Leiche des Königs aus dem See geborgen hat, bekommt er – plötzlich – lebenslang kostenlos Wohnrecht auf Schloss Nymphenburg. Schweigegeld? Foto: dpa, Klaus Bichlmeier
Ludwig II., der Schlösserbauer und “Märchenkönig”, war bis zu seinem mysteriösen Tod am 13. Juni 1886 König von Bayern. Jetzt tauchen neue Belege auf – wie die Urkunde (links).
Die zeigt: Kurz nachdem Leonhard Huber, Verwalter von Schloss Berg, die Leiche des Königs aus dem See geborgen hat, bekommt er – plötzlich – lebenslang kostenlos Wohnrecht auf Schloss Nymphenburg. Schweigegeld? Foto: dpa, Klaus Bichlmeier

Heute vor 132 Jahren ist König Ludwig II. mysteriös gestorben. Filmemacher Klaus Bichlmeier hat zwei bisher unbekannte Nachfahren von Zeugen getroffen – und ist sich nun sicher: “Ludwig wurde erschossen!”

München – Ist er tragisch ertrunken? Auf der Flucht erschossen worden? Einem preußischen Komplott zum Opfer gefallen? Oder hat der Kini seinem Leben doch selbst ein Ende gesetzt, nachdem er entmündigt und auf Schloss Berg unter Hausarrest gestellt worden war?

Bis heute, an seinem 132. Todestag, bleibt der Tod des beliebten bayerischen Märchenkönigs Ludwig II. (1845-1886) im Starnberger See mysteriös – und fesselt nicht nur seinen Fanclub der bis heute “Königstreuen”.

Jetzt verdichten sich womöglich die Belege, dass es doch ein Königsmord gewesen ist. Jedenfalls kommt der Ottobrunner Filmemacher Klaus Bichlmeier (70), Experte für Münchner historische Geschichten, zu diesem Schluss.

Für seinen neuen Doku-Film, der am Sonntag im Gasteig Premiere hat, hat er zwei bislang der Öffentlichkeit unbekannte alte Herren getroffen: Nachfahren von Kini-Zeitzeugen. Was die berichten, sagt er, sei “der Urknall der Ludwigsforschung”. Und ist nun “hundertprozentig sicher”: Es war Mord!


Willy Beyhl (96, links) hat früher auf Schloss Nymphenburg gelebt und sagt, er habe miterlebt, wie 1961 der Königsmantel verbrannt wurde. Foto:Klaus Bichlmeier

AZ: Herr Bichlmeier, es gibt schon zigtausende Seiten Ludwigsforschung und gefühlt 200 Film-Dokumentationen. Können Sie im Ernst noch etwas Neues bringen?
KLAUS BICHLMEIER: Und wie! Der König Ludwig ist erschossen worden, daran kann es jetzt überhaupt keinen Zweifel mehr geben.

Was macht Sie denn so sicher?
Für mich kam 2016 das große Erwachen, als das Bayerische Hauptstaatsarchiv Ludwigs Hilferuf-Brief veröffentlicht hat, den er drei Tage vor seinem Tod geschrieben hat. Damit war zum ersten Mal völlig klar: Er ist immer zu Unrecht für verrückt erklärt worden. Das hat mich veranlasst, ganz neu zu recherchieren.

Eine bemerkenswerte Geschichte in Ihrem Film ist die vom 96-jährigen Willy Beyhl, der mit seinem Vater im Schloss Nymphenburg gewohnt hat. Wie haben Sie ihn denn gefunden?
Das war großes Glück. Mich hat letzten Sommer eine 70-jährige Frau angeschrieben, die unterhalb vom Schloss Neuschwanstein wohnt. Sie schrieb, dass es einen Mann in der Nähe von Bad Aibling gibt, der noch nie erwähnt worden ist, und der aber sehr viel weiß über die Todesumstände.

Was hat er Ihnen berichtet?
Willy Beyhls Vater war ein Handwerker der Wittelsbacher und hatte eine Dienstwohnung im Haus 8 auf Schloss Nymphenburg. Willy Beyhl erinnert sich, wie 1961 der Chauffeur Kunze der Wittelsbacher in einem Opel Admiral angefahren kam, mit einem Bündel.

Was war da drin?
Der restliche Nachlass vom Kini, den die Reichsgräfin Josephine von Wrbna-Kaunitz in ihrer Schwabinger Wohnung verwaltet hatte. Der Chauffeur sagte, dass das alles schnell im Keller der Beyhls verbrannt werden soll, weil dort der letzte noch beheizbare Kessel des Schlosses stehe.

Und dann haben die Beyhls alles vernichtet?
Ja. Ein Packerl Briefe und den Königsmantel, den der Ludwig am Tag seines Todes getragen hat. Vorher aber, so erinnert sich Willy Beyhl, haben sie im Mantel zwei Löcher entdeckt. Beyhls Vater war im Ersten Weltkrieg Sanitäter und hat die Löcher eindeutig als Einschusslöcher erkannt, sagt sein Sohn.

Das würde erklären, wohin der Mantel verschwunden ist, den schon mehrere Zeugen gesehen haben wollen.
Genau so ist es.

Wie haben Sie geprüft, ob der alte Herr die Wahrheit sagt?
Ich halte Willy Beyhl für absolut glaubwürdig. Ich habe ihm etliche Fangfragen gestellt. Er ist auf keine hereingefallen, das sieht man auch im Film.

Sie sind auch auf den Urenkel des Schlossverwalters Leonhard Huber getroffen, der den toten Kini damals aus dem See geborgen hat. Wie kam denn das?
Totaler Zufall. Ich saß in einer Wirtschaft bei Weyarn und bin mit einem 85 Jahre alten Mann, dem Ade Huber, ins Gespräch über den Ludwig gekommen. Da sagt er zu mir: “Wissen Sie, dass mein Uropa den Kini aus dem Wasser gefischt hat?”

Ade Huber (85), hier neben dem Bild seines Urgroßvaters Leonhard Huber. Der hatte den toten Ludwig aus dem Starnberger See geborgen. Foto:Klaus Bichlmeier

Sie kannten den Mann nicht?
Nein, und es kannte ihn überhaupt kaum jemand. Daheim hat er mir eine Originalurkunde gezeigt, aus der hervorgeht, dass sein Uropa, der Schlossverwalter Leonhard Huber, der ja Kronzeuge von Ludwigs Tod war, wenig später lebenslanges Wohnrecht auf Schloss Nymphenburg erhalten hat. Wir müssen annehmen, dass das ein Schweigegeld war, damit er nie die Wahrheit über die wirklichen Todesumstände erzählt. Er hat sich daran gehalten.

Einige Szenen sehen so authentisch aus, als hätten Sie heimlich gefilmt. Haben Sie?
Ich filme mit einer unauffälligen Sony-Digitalkamera, die ist so groß wie eine Zigarettenschachtel, damit sich die Leute nicht so erschrecken. Und natürlich habe ich nicht an allen Drehorten umständlich Genehmigungen eingeholt.


Premiere der neuen Kini-Dokumentation “Unerhörtes ist geschehen” (die nächstes Jahr ins Kino kommen soll) ist am Sonntag, 17. Juni, 15 Uhr, im Gasteig. Regisseur Klaus Bichlmeier ist anwesend und erklärt einzelne Filmszenen. Karten gibt es für 18,50 Euro bei München-Ticket, 089 548 181 81.

Lesen Sie hier: Der Kini war nicht verrückt!