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His life his work

Monthly Archives: June 2017

Louis II et la technique : un roi visionnaire

BAYERN

KÖNIG LUDWIG II.

Der Märchenkönig war ein Technik-Freak

Von Ruth van Doornik | | Lesedauer: 8 Minuten
Gemälde 'Nächtliche Schlittenfahrt König Ludwigs II.', R. Wenig, um 1880, Inv.Nr.NyMar.G 126. Nymphenburg, Marstallmuseum
Die „Nächtliche Schlittenfahrt König Ludwigs II.“: Das Gefährt war technisch höchst innovativ: Die Krone war mit einer Glühbirne ausgestattet

Quelle: © Bayerische Schlösserverwaltung, Gunther Schmidt, München/© Bayerische Schlösserverwaltung

Die Bayerische Schlösserverwaltung hat gerade aufwendig den Prachtschlitten von Ludwig II. restauriert. Das elektrisch beleuchtete Gefährt war nicht das einzige Hightech-Spielzeug des Wittelsbachers.

Was haben James Bond und König Ludwig II. gemeinsam? Ihre Begeisterung für Luxusschlitten. Während der Agent im Auftrag der Queen aufgemotzte englische Sportwagen bevorzugt, bevorzugte der Wittelsbacher ein – für damalige Verhältnisse – hochtechnisiertes Multifunktionsfahrzeug:

Der Wagenkasten konnte je nach Wetter auf verschiedene Fahrgestelle gesetzt werden. Vom „Neuen Prachtschlitten“ auf Kufen wandelte er sich zum „Kleinen Galawagen“ auf Rädern. Außen zierte ihn vergoldetes Schnitzwerk im Stil des Neo-Rokoko. Innen war modernste Technik untergebracht. Mit einer Elektro-Batterie unterm Sitz konnten die Glaslaternen beleuchtet werden. Die Einstellung der Lichtstärke erfolgte mithilfe einer Drehscheibe, die ein Lakai bediente, der hinter dem Wagenkasten saß.

Ludwigs Puttenschlitten aus dem Jahr 1885 war vermutlich das erste elektrisch beleuchtete Fahrzeug überhaupt. Die gläserne Krone des Gefährts war mit einer Glühbirne ausgestattet. „Das war wohl ein Grund, warum die Leute vom Märchenkönig geschwärmt haben“, vermutet Jean Louis Schlim. „Wenn die nächtliche Landschaft in gleißendes Licht getaucht wurde – war das für einen einfachen Bauern fast schon wie eine Erscheinung.“ Gerade wird das Gefährt, das 324.000 Mark kostete (im Jahr 1871 der Wert von rund 32 komplett ausgestatteten Gutshöfen) im Auftrag der Bayerischen Schlösserverwaltung restauriert.

Der Prachtschlitten zeugt für die andere Seite des „Märchenkönigs“. Der Monarch, dessen Todestag sich am Dienstag zum 131. Mal jährt, war nicht nur weltabgewandter Romantiker. „Ludwig II. war ein Technik-Freak und absolut ein Kind seiner Zeit“, sagt Jean Louis Schlim, Autor des Buches „Traum und Technik“, in dem er die Begeisterung des Königs (1845–1886) für technische Innovationenbeschreibt – wie folgende Beispiele zeigen:

Die Hightech-Burg

Deutschland 2017 beliebtestes Reiseziel
Technisch auf dem allerhöchsten Stand der damaligen Zeit: Schloss Neuschwanstein

Quelle: obs/ADAC SE/ADAC

Auf Neuschwanstein bei Füssen flüchtete sich der bayerische Monarch in die poetische Traumwelt des Mittelalters. Doch hinter der mittelalterlichen Fake-Burg verbarg sich Technik auf dem damals höchsten Entwicklungsstand – und größter Komfort. „Ludwig war stets auf dem neusten Stand, was aktuelle Entwicklungen anging. Er las die Polytechnischen Nachrichten in der „Leipziger Illustrierten Zeitung“. Da stand alles drin, was gerade innovativ war“, erklärt Schlim.

1867 besuchte der König die Pariser Weltausstellung. Häufig habe er die neusten Erfindungen zur Realisierung seiner eigenen Visionen genutzt. Beim Bau von Neuschwanstein ab 1869 wurden Dampfkräne und Lokomobile eingesetzt. „Aber nicht nur diese Maschinen sind als technische Neuerungen zu verzeichnen, viel interessanter sind die Einbauten im Bau selbst“, sagt Schlim. So ruht der Thronsaal auf eisernen Doppel-T-Trägern. Zur besseren Gewichtsverteilung wurden die Säulen des Saales nicht aus Stein, sondern aus gusseisernen Rohren hergestellt. Die Eisenkonstruktionen lassen sich noch heute in der Cafeteria des Schlosses besichtigen.

Thron mit Wasserspülung

Unter König Ludwig II. wurde in Bayern der erste Lehrstuhl für Hygiene eingerichtet. Seine Majestät selbst legte viel Wert auf ein gepflegtes Aussehen. Unfrisiert trat er nicht einmal vor seine Dienerschaft. Auf Schloss Neuschwanstein gab es trotz der Höhenlage fließend Wasser für die Morgentoilette, in der Küche sogar heißes. „Das Wasser wurde aus einer Quelle in den Bergen gefangen, das dann durch den eigenen Druck im ganzen Schloss geflossen ist“, erklärt Jean Louis Schlim.

Außerdem, und das war zu dieser Zeit absolut neu, saß der König auf einer Toilette mit automatischer Spülung. „Die sah sogar wie ein echter Thron aus.“ Für die Spülung wurde auf dem Dach Regenwasser gesammelt. Normalsterbliche hatten zu dieser Zeit weniger edle Plumpsklos. „Erst 20 Jahre nach Ludwig II. gab es im Münchner Hotel ‚Marienbad‘ die ersten Wasserklosetts“, sagt der Experte.

Service per Knopfdruck

Schlofl Neuschwanstein, Vorzimmer (R.3), Elektrische Klingelanlage f¸r Dienstboten (Sonnerie)
Effektiv und innovativ: die elektrische Klingelanlage für Dienstboten auf Schloss Neuschwanstein

Quelle: Bayerische Schloesserverwaltung, Rainer Herrmann, Muenchen/Bayerische Schloesserverwaltung

Für Komfort sorgten auf Neuschwanstein noch weitere technische Raffinessen, die dem neuesten Stand des späten 19. Jahrhunderts entsprachen. Über eine batteriebetriebene Klingelanlage konnte Ludwig II. etwa seine Diener rufen. Wenn der König klingelte, sahen die Bediensteten an einer großen Tafel, wo er sich befand. „So wussten sie sofort, in welche Richtung sie beim Betreten eines großen Raumes ihren Diener machen mussten. Der König legte nämlich sehr viel Wert auf Etikette“, erklärt der Autor. Im dritten und vierten Obergeschoss gab es sogar Telefonanschlüsse – allerdings war mit ihnen mangels weiterer Leitungen allein das benachbarte Schloss Hohenschwangau zu erreichen.

Dinner for One

Herrenchiemsee, Neues Schloß, Speisezimmer (R.17), Blick nach Norden, Speisetisch (Tischlein-deck-dich) (Inv. M5 HCH), 1884-86
Das Speisezimmer von Schloss Herrenchiemsee. Der Tisch ließ sich um eine Etage absenken und konnte dort gedeckt werden

Quelle: © Bayerische Schlösserverwaltung, Rainer Herrmann/Ulrich Pfeuffer/Maria Scherf, München/© Bayerische Schlösserverwaltung

Der König liebte seine Privatsphäre. Ein versenkbarer Speisetisch, eine Art „Tischlein deck dich“, gestattete dem Monarchen in Schloss Herrenchiemsee wie auch in Linderhof die Mahlzeiten ohne die Anwesenheit von Bediensteten einzunehmen. Durch eine mechanisch betriebene Hubvorrichtung konnte der Esstisch mit einem Teil des Fußbodens um eine Etage abgesenkt und dort gedeckt werden.

Ludwig sah die Konstruktion bei seinem Besuch in Versailles“, sagt Schlim. Sie diente ursprünglich der Hofgesellschaft dazu, bei ihren amourösen Soupers unbeobachtet zu bleiben. Ludwig II. hingegen hatte kein Interesse an Frauen. „Ich glaube sogar, dass er Angst vor ihnen hatte“, so Schlim. Lieber unterhielt sich der Märchenkönig ungestört mit sich selbst oder seiner imaginären Hofgesellschaft. Ein Koch berichtet: „Er glaubt sich in der Gesellschaft Ludwigs XIV. und Ludwigs XV. und deren Freundinnen, Madame Pompadour und Madame Maintenon. Er begrüßt sie sogar mitunter und führt mit ihnen Gespräche, als hätte er sie wirklich als Gäste bei Tisch.“

In der Küche stand übrigens ein Rumfordherd, der einen Spieß durch eigene Wärme in Bewegung setzte und somit seine Umdrehungen dem Grad der Hitze ständig anpasste. „Das hat bei Hühnchen so gut funktioniert, dass später noch ein größerer Herd für Spanferkel installiert wurde“, weiß Schlim.

Heizen mit Warmluft

Neuschwanstein sollte an eine Ritterburg erinnern. Doch statt prasselnder Kaminfeuer wurden die Zimmer mit vom Nebenraum zu befeuernden Kachelöfen beheizt. „Für die großen Räume wie den Thronsaal gab es eine perfekt ausgeklügelte „Calorifère-Heizung“, sagt Schlim. Dabei wurde ein Ofen im Heizungsraum befeuert und der heiße Rauch durch das Rauchrohr geleitet. Dies erhitzte sich und wärmte die im Raum befindliche Luft, die dann durch Luftkanäle in die Zimmer geleitet wurde. Dieses System gab es bereits in der Münchner Residenz, doch für Neuschwanstein wurde es perfektioniert. Um trockene Luft in den Räumen zu vermeiden, wurden in den Heizungsraum halbzylindrische Rohre eingebaut. Sie wurden mit Wasser gefüllt und befeuchteten so die Luft. Auch Schloss Herrenchiemsee besaß solch eine „Calorifère-Heizung“.

Das erste E-Werk

Künstlich angelegte Grotten gehörten zum wesentlichen Bestandteil fürstlicher Gärten. Die zehn Meter hohe Venusgrotte von Schloss Linderhof nahe der Gemeinde Ettal stellte jedoch alle in den Schatten. „In den künstlichen Stalaktitensäulen befanden sich Kachelöfen, die für angenehme Wärme sorgten“, sagt Schlim. Das Wasser des unterirdischen Sees, in dem der Monarch gelegentlich badete oder in seinem Muschelkahn sitzend sich der Lektüre hingab, konnte beheizt werden. Auch eine Wellenmaschine ließ der Monarch installieren.

Absolutes Novum war jedoch der Einbau einer für Bayern damals völlig neuen Elektrizitätstechnik zur Beleuchtung. „Bis zum Jahre 1881 wurden von der Firma Schuckert aus Nürnberg und der Firma Gramme aus Paris 24 Generatoren geliefert. In Linderhof entstand somit das erste Elektrizitätswerk Bayerns.“ Angetrieben wurden die Generatoren von einer Dampfmaschine. Jede der 24 Bogenlampen wurde von je einem Generator gespeist.

Farbe für die Blue Jeans

Schloß Linderhof, Venusgrotte mit Muschelkahn und Gemälde der Venusszene des Tannhäuser von A. Heckel, 1876/1877
Die Venusgrotte von Schloss Linderhof. Ludwig II. beharrte auf einem bestimmten Blauton für die Lichtstimmung. Und sorgte damit vermutlich auch für die spätere Färbung der Blue Jeans

Quelle: © Bayerische Schlösserverwaltung, L. Weiss, München/© Bayerische Schlösserverwaltung

Durch die Lichttechnik in der Grotte konnte sich Ludwig gedanklich sowohl in die rot beleuchtete Venusgrotte aus Wagners „Tannhäuser“ oder in die Blaue Grotte der Insel Capri hineinversetzen. Für seine Capri-Grotte wünschte er sich ein „blaueres Blau“ – was die Techniker schier verzweifeln ließ. Es wurde an speziell beschichteten Glasscheiben getüftelt. Doch lange gelang es nicht, die Vorstellungen des Königs zu erfüllen.

Irgendwann wurde bei der Badischen Anilin- und Sodafabrik (BASF) in Ludwigshafen am Rhein angefragt, ob sie nicht in der Lage wären, auf chemischer Basis so ein Blau herzustellen“, beschreibt Schlim. Ob es je gelang, Ludwig zufriedenzustellen, ist nicht bekannt. Vier Jahre nach Ludwigs Tod jedoch meldete BASF ein Patent zur Herstellung künstlichen Indigos an, eine Farbe, die später von den USA zur Färbung ihrer Segeltuchhosen bestellt wurde. „Also ohne den beharrlichen Wunsch des Königs gäbe es heute wohl keine Blue Jeans.“ Deren Vater Löb/Levi Strauss stammt auch aus Bayern, aus dem mittelfränkischen Buttenheim.

Glas-Architektur

Es muss ein fantastischer Anblick gewesen sein: der gigantische Wintergarten auf dem Dach der Münchner Residenz. Die Pariser Gewächshäuser waren Vorbild für den beinahe 70 Meter langen Glasbau König Ludwigs II., in dem Palmen und Bananenstauden wuchsen. Sogar ein See samt Wasserfall und Grotte wurde in der von der Maschinengesellschaft Nürnberg, Klett & Comp. (MAN) errichteten freitragenden Konstruktion untergebracht.

Unter der Beratung der Orientreisenden Robert und Hermann von Schlagintweit wurde das Innere des Glasbaus der Gegend am Fuße des Himalajas nachempfunden. Nur wenige bekamen das exotische Paradies, in dem Kolibris und Papageien flatterten und ein Bach floss, zu sehen. Zur Vervollkommnung der Landschaft wünschte sich der Regent auch eine Herde Gazellen und einen kleinen Elefanten – doch davon konnten ihn seine Berater abbringen.

Für Wärme im 1869 erbauten Wintergarten sorgte eine Zentralheizung. Eine Dampfmaschine pumpte das Wasser auf das Dachgeschoss der Residenz. Wenige Jahre nach Ludwigs Tod wurde der Bau aufgegeben. MAN kaufte den Wintergarten zurück und stellte ihn auf ihrem Werksgelände auf. Dort wurde er im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Der Traum vom Fliegen

Seine Technikbegeisterung trug letztlich mit zum Sturz des Königs bei. Ludwigs Idee eines Luftwagens in Pfauenform wurde als Beleg für seine Geisteskrankheit angeführt. Ludwig-Experte Schlim hält den Plan nicht für reine Spinnerei. „Er wollte wohl nur schneller von Hohenschwangau über den Alpsee zum gegenüberliegenden königlichen Badestrand in der Sperbersau kommen.“

Da eine Seilbahn nicht möglich war, da keine Stützen in den See gebaut werden konnten, griff er eine Idee auf, die er in der Zeitschrift „Die Gartenlaube“ entdeckt hatte. Er wollte eine Gondel an einen Ballon hängen und an einem Seil über den See schweben lassen. „Doch die unkalkulierbare Gefahr der Seitenwinde, die den Ballon in den See kippen oder gar mit seiner wertvollen Fracht wegfliegen lassen hätten können, machten ihm einen Strich durch die Rechnung.“

Source : https://www.welt.de/regionales/bayern/article165380194/Der-Maerchenkoenig-war-ein-Technik-Freak.html

Le journal du Dr Schleiss : révélations !

Freunde König Ludwigs II. treffen sich in Schwangau

Das Tagebuch des Leibarztes

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Sepp Schleicher referiert beim Treffen der Freunde König Ludwigs II. über bisher unveröffentlichte Unterlagen des königlichen Leibarztes Max Schleiß von Löwenfeld.

Schwangau – Zum 16. Mal haben sich jetzt die Freunde König Ludwigs II. in Schwangau getroffen.

Neben einem Ausflug im Ludwigsland standen auch zwei Vorträge auf dem Programm der Königstreuen, die sich 2002 erstmals rund um den Todestag des bayerischen Märchenkönigs trafen. Diesmal ging es um die „Ludwig Verschwörung“, ein Buch von Oliver Pötsch, sowie um bisher unveröffentlichte Unterlagen und Skripten des Leibarztes Ludwigs II., Max Schleiß von Löwenfeld.

Das Buch als solches ist schon eine Besonderheit. Ein blauer Einband, verziert mit Elfenbeinschnitzereien, die Schwäne zeigen und Lohengrin in einem Schuber. Auch die Tatsache, dass der einstige Besitzer es von König Ludwig II. am Valentinstag 1873 geschenkt bekommen hat, macht es wertvoll. Die größte Besonderheit aber ist sein Inhalt. Verrät er doch einiges über den Besitzer, noch mehr aber über König Ludwig II.

Der Besitzer war Dr. Max Schleiß von Löwenfeld, einer der Leibärzte des bayerischen Märchenkönigs. Er hat in diesem Buch, fast wie in einem Tagebuch, die Zeit mit dem König und auch danach, dokumentiert. Allerdings in der für einen Arzt typischen Handschrift, wie Sepp Schleicher gleich zu Beginn seines Vortrags erzählte. So muss die Aufarbeitung des Tagesbuches, das dazu eine eigene Geschichte birgt, einer Kryptoanalyse gleich gekommen sein – seitenweise Wellenlinien, so Schleicher, in denen kaum ein Buchstabe auszumachen ist.

Viele Informationen

Schleicher ist ein treuer Ludwig-Fan. So stellte sich der Psychotherapeut aus der Oberpfalz vor. Er sammelt, was er über Ludwig findet, etwa das Buch Elmar Schmids über Friedrich Wilhelm Pfeiffer, dem Maler der Reitpferde König Ludwigs II. Und Schleicher erzählte, wie er sich auf die Spuren Ludwigs II. begab, mit seinem eigenen Pferd die Plätze aufsuchte, die im Buch dargestellt sind.

Damals sei es um ihn geschehen gewesen, erinnerte sich Schleich an einen Begebenheit auf dem Schachen. Dabei sei er an ein anderes Buch geraten, „Die Tötung König Ludwigs II. von Bayern“ von Sigfried Wichmann. Eine Begebenheit, die langfristig zu den Erkenntnissen, die Schleicher seinen Zuhörern präsentierte, führen sollte.

Denn Wichmann, Konservator an der Bayerischen Staatsgemäldesammlung, war Besitzer zahlreicher Dokumente aus der Zeit Ludwigs. Er dokumentierte sogar den inzwischen verschollenen Triptychon, der den toten König kurz nach dessen Ableben im Bootshaus in Schloss Berg zeigen soll.

Es ist eine Fülle von Informationen, die Schleicher seinem Publikum präsentierte, seine eigene Arbeit wie die Wichmanns, der auf eigene Kosten das Buch verlegte. Schleicher nahm Kontakt auf. Er wollte Wichmann kennen lernen und mehr über die Dokumente erfahren, die Wichmann besitzen könnte. Nach dem Tod Wichmanns Ende 2016 konnte Schleicher die Dokumente entgegennehmen, wenngleich nicht alle mehr vorhanden waren. Zumindest die beschriebenen Briefe, Grundlage für Wichmanns Arbeit, fehlten.

Dafür aber stürzte sich Schleicher auf das Tagebuch und entziffert die Einträge. Und wurde doch noch fündig: Im Futter des Buches fand er den Entwurf eines Briefes, den der Leibarzt drei Tage vor Ludwigs Tod an den deutschen Reichskanzler Otto von Bismarck aufgesetzt hatte. Und in dem er die Integrität der Urteilskraft Ludwigs verteidigte, seine Einschätzung des Gesundheitszustandes Ludwigs wiedergab und über die wahren Verräter schrieb.

Ein unbekanntes Bild

Schleicher zeichnete mit Hilfe des Leibarztes und dessen Erinnerungen erstmals ein neues und zu Teilen unbekanntes Bild Ludwigs, das aber auch den Leibarzt, vor allem nach dem Tode Ludwigs, charakterisiert.

Es ist der Kürze der Zeit, gerade einmal sechs Monate, geschuldet, dass vieles noch nicht verifiziert ist, etwa der Brief an Bismarck, und weiterer Arbeit bedarf. Aber auch so konnte Schleicher das Treffen der Freunde König Ludwigs bereichern und dürfte wohl bald auch, neben dem Buch Wichmanns und dessen Erkenntnissen, auch ein eigenes zur Sammlung der Bücher über König Ludwig hinzufügen.

gau

Source : https://www.kreisbote.de/lokales/fuessen/referent-spricht-ueber-bisher-unveroeffentlichte-unterlagen-8396875.html

13 juin 2017 : souvenir de la mort de Louis II

Bayern

Vor 131 Jahren ertrunken: Gedenken an den “Märchenkönig”

Berg (dpa/lby) – Sie trugen historische Uniformen oder Tracht, auch bunte Fahnen durften nicht fehlen – farbenfroh haben zahlreiche bayerische Königstreue am Sonntag an den 131. Todestag von König Ludwig II. erinnert. Das Gedenken begann mit einem Gottesdienst in der Votivkapelle im Schlosspark von Berg, am Ufer des Starnberger Sees gelegen. Unter den Gästen war auch Prinz Leopold von Bayern.
Das Gedenkkreuz für König Ludwig II. steht im Starnberger See. Foto: Frank Mächler/Archiv © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH
Das Gedenkkreuz für König Ludwig II. steht im Starnberger See. Foto: Frank Mächler/Archiv © dpa – Deutsche Presse-Agentur GmbH

Danach gab es kurze Ansprachen, ehe bei strahlendem Sonnenschein an der Gedenksäule ein Kranz niedergelegt wurde. Die Gedenkstätte liegt ganz nah an der Stelle, wo König Ludwig II. ertrank. Ein Kreuz ragt dort aus dem Wasser.

Veranstalter des alljährlichen Gedenkens um den Todestag ist die 1913 gegründete «Vereinigung Ludwig II. – Deine Treuen». Sie will das Andenken an den glücklosen Monarchen bewahren und dessen Lebenswerk würdigen. In Erinnerung geblieben ist der «Märchenkönig» vielen Menschen vor allem durch die Errichtung seiner Schlösser Neuschwanstein, Herrenchiemsee und Linderhof.

Ludwig II. ertrank am 13. Juni 1886 zusammen mit seinem Psychiater Bernhard von Gudden im Starnberger See. Die genauen Todesumstände sind bis heute ungeklärt. Nicht wenige glauben, dass der Monarch umgebracht wurde.

Festival de Herrenchiemsee

Herrenchiemsee, le rêve versaillais de Louis II de Bavière

10 juin 2017 |Christophe Huss | Voyage
La ressemblance avec le palais français est frappante. Herrenchiemsee est l’ultime château construit par le souverain Louis II de Bavière (1845-1886).
Photo: Christophe Huss
La ressemblance avec le palais français est frappante. Herrenchiemsee est l’ultime château construit par le souverain Louis II de Bavière (1845-1886).

Si vos pérégrinations vous amènent en Bavière, a fortiori si vous êtes mélomane et que vous vous y trouvez dans la seconde quinzaine de juillet, un lieu très singulier impose un détour : Herrenchiemsee. Le château qui abrite un festival de musique classique fut la dernière demeure de Louis II de Bavière, son petit Versailles.

Le nom de Herrenchiemsee s’explique par le fait que le château se situe sur la Herreninsel (l’île des Hommes) du Chiemsee (lac de Chiem). Depuis l’aéroport de Munich (liaison directe de Montréal), il faut faire 130 km de route en direction sud-est. L’endroit est en fait plus proche de Salzbourg (70 km), dont le fameux festival de musique débute peu ou prou au moment où celui-ci s’achève.

150 ans avant Poutine

Versailles, avons-nous dit. C’est frappant, et les concerts se déroulent d’ailleurs dans l’équivalent de la galerie des Glaces. Herrenchiemsee est l’ultime château construit par Louis II de Bavière (1845-1886), qui ne put d’ailleurs l’achever.

Le souverain bavarois eut le choc esthétique versaillais 150 ans avant Vladimir Poutine, en 1867. Il réalisa d’abord une réplique du Trianon à Linderhof, près d’Oberammergau, là où a lieu tous les dix ans le fameux Jeu de la Passion.

Photo: Christophe HussLes concerts du festival se déroulent dans l’équivalent de la galerie des Glaces du château de Versailles.

Mais pour faire les choses en plus grand Louis II acheta la Herreninsel du Chiemsee en 1873 pour y construire son Versailles bavarois. Les travaux d’édification, qui commencèrent en 1878, durèrent sept ans. Mais les fonds ne suffirent pas à égaler le modèle, et la construction ne fut jamais achevée. Il n’empêche : 20 pièces sont parfaitement abouties et décorées. Louis II mourut en 1886 ; son palais ne lui servit que pendant 16 jours !

Le lieu de villégiature qui fait face à Herrenchiemsee est Prien am Chiemsee. On se rend aux concerts à l’aide de navettes qui croisent sur le lac. Si Prien am Chiemsee est une ville d’eau typique où l’on suit des cures thermales, c’est aussi et surtout le « paradis du randonneur ». Ainsi, un peu plus au sud, Traumberg in Bayern et le téléphérique de la Kampenwand proposent des sentiers montagneux à 1500 m avec des panoramas sur les Alpes autrichiennes et bavaroises. De nombreux sentiers balisés y donnent une vue splendide sur le lac, où, d’ailleurs, la Herreninsel fait face à la concurrence de la plus modeste Fraueninsel (l’île des Femmes) et sa célèbre Abbaye de bénédictines.

Louis II de Bavière est évidemment connu pour sa fascination à l’égard de Richard Wagner. Mais il était un grand mélomane avec des goûts éclectiques. Le Festival de Herrenchiemsee a évidemment trouvé dans son rêve versaillais un écrin royal. En 2017, la manifestation se tiendra du 18 au 30 juillet, sous la direction artistique d’Enoch zu Guttenberg, qui avait visité Montréal avec son orchestre KlangVerwaltung à l’automne 2016. Le chef ouvrira lui-même le festival avec la Passion selon sain Jean de Bach, puis un concert associant le Magnificat de Bach et la Messe en ut de Mozart, qui sera également repris en clôture.

Parmi les grandes visites de l’édition 2017, signalons une soirée Monteverdi, le 23 juillet, avec Jos van Immerseel, ainsi que les associations de la soprano Ioulia Lejneva et du contre-ténor Franco Fagioli (21 juillet) et de la soprano espagnole Nuria Rial avec le flûtiste à bec Maurice Steger (27 juillet).

Festival de Herrenchiemsee
Du 18 au 30 juillet 2017, www.herrenchiemseefestspiele.de

La mort du roi : avis divergents…

Ludwig II. Theorien und Ansichten

Gesicherte Aussagen zur Todesursache gibt es nicht. Die Experten-Meinungen gehen auseinander

Über den Tod des Märchenkönigs scheiden sich auch heute noch die Geister. Eine Gesamtschau der vielen Theorien und Ansichten war 2011 bei der Landesausstellung des Hauses der Bayerischen Geschichte zu König Ludwig II. in Schloss Herrenchiemsee zu betrachten. Als Fazit kann festgehalten werden: Die Todesursache kann nicht mit Sicherheit benannt werden. Verschiedene Exponate stellten die unterschiedlichen Theorien dar.

Es wurde beispielsweise die Version thematisiert, der König sei ermordet worden. Dafür gebe es aber keine stichhaltigen Beweise, heißt es im Katalog zur damaligen Ausstellung. Auch der Obduktionsbericht war aufgeführt, der ein Vorhandensein von Verletzungen verneinte und weder die Möglichkeit eines Selbstmordes durch aktives Einatmen von Wasser noch ein Ertrinken etwa wegen eines Kreislaufkollapses oder Herzinfarktes ausschloss. Diverse Verschwörungstheorien fehlten in der Ausstellung ebenso wenig. Eine besagt beispielsweise, dass der Fischer Lidl dem König bei einem Fluchtversuch helfen wollte, dem Monarchen aber dabei in den Rücken geschossen worden sein soll. Der Fischer soll seine Erinnerungen in ein Schulheft geschrieben haben. Dieses gilt als verschollen.

Die Süddeutsche Zeitung hat bei Menschen im Raum München nachgefragt, die sich schon intensiv mit dem Märchenkönig befasst haben: Wie glauben Sie, dass er umgekommen ist?

Selbstmord aus Kränkung

Gabriel von Seidl in Bad Tölz
Gabriel von Seidl.

(Foto: Manfred Neubauer)

Der Historiker Hermann Rumschöttel bleibt bei der Bewertung in seiner Biografie “Ludwig II. von Bayern”: “Auch nach den umfangreichen wissenschaftlichen Untersuchungen insbesondere von Historikern und Kriminalisten kann man bis heute seriös nichts anderes sagen, als dass die genauen Umstände von König Ludwigs Tod weiterhin ungeklärt sind. Aber es spricht viel dafür, dass der knapp 41-jährige Monarch mit seinem hochgesteigerten Majestäts- und Herrschergefühl seine aussichtslose, kränkende, entwürdigende und demütigende Lage in Schloss Berg erkannt hat und – innerlich tief verletzt – im Starnberger See verzweifelt in den Tod gegangen ist und dabei seinen Arzt mitgerissen hat. ,Von der höchsten Stufe des Lebens hinabgeschleudert zu werden in ein Nichts – das ist ein verlorenes Leben; das ertrage ich nicht.’ – sagte er am 11. Juni 1886, zwei Tage vor seinem Tod.”

Ein Staatsverbrechen

Bundesverfassungsgericht verkündet Urteil zu EZB-Anleihenkäufe
Peter Gauweiler.

(Foto: Uli Deck/picture alliance/dpa)

Der Anwalt Peter Gauweiler hat für den Sammelband “Bernhard von Gudden” einen Beitrag zur juristischen Sicht der Entmündigung des Königs geschrieben: “Was wir heute sicher wissen, ist, dass die von fünf Ministern am 10. Juni inszenierte Entmündigung des Königs willkürlich war und gegen die damals geltenden Gesetze verstieß. Was wir auch wissen, ist, dass sich Ludwig dieser Situation, nachdem er am 12. Juni unter Zwang nach Berg verbracht worden war, am Abend des 13. Juni entziehen wollte und dass es am Seeufer zum Kampf zwischen ihm und seinem obersten Bewacher gekommen sein muss. Wer den staatlichen Machtapparat für illegale Handlungen einsetzt, besitzt für den Fall, dass sein Opfer zu Tode kommt, juristische “Tatherrschaft” – egal ob der Betreffende wegen der Ausweglosigkeit seiner Situation Selbstmord begeht oder auf der Flucht erschossen wird.”

Ein Unfall

Prof. Boernes Vorfahren, München, Carmen Wolf
Wolfgang Eisenmenger.

(Foto: Carmen Wolf)

Rechtsmediziner Professor Wolfgang Eisenmenger nahm für ein Buch des ehemaligen Oberstaatsanwalts Wilhelm Wöbking zum ärztlichen Befund über die Leiche des Königs Stellung: “Das Sektionsprotokoll beschreibt keinerlei Verletzungen des Königs. Der Sektion wohnten mehrere Menschen bei, so dass es ungewöhnlich wäre, wenn die Vertuschung eines Verbrechens nicht aufgedeckt worden wäre. Da bleibt erstaunlich, dass der relative großgewachsene Mann in dem flachen Bereich des Sees ertrunken sein soll. Es wird berichtet, der König sei ein guter Schwimmer gewesen. Es bleibt zu diskutieren, dass er mit dem Psychiater Professor Gudden gerungen hat – dieser wies Kratzer und Abschürfungen auf – und dann infolge einer Kreislaufstörung im kalten Wasser des Sees zu Tode gekommen ist. Also ein Ertrinkungstod nach vorangegangener Bewusstseinsstörung.”

Source : http://www.sueddeutsche.de/muenchen/wolfratshausen/ludwig-ii-theorien-und-ansichten-1.3540636

Documentaire : Louis II assassiné !

Dokumentarfilm über König Ludwig II.Explosiver Stoff

Bergungsszene, von Bichlmeier selbst gemalt: Leonhard Huber zieht König Ludwig tot aus dem See. Mit ihm auf dem Boot ist der Fischer Lidl, der den Leibarzt herausholt. Wichtig: Nur einmalig für Geschichte über Bichlmeiers Film zu KÖnig Ludwig (Mai/Juni 17
Leonhard Huber zieht König Ludwig tot aus dem See; gemalt von Klaus Bichlmeier.

Der Ottobrunner Filmemacher Klaus Bichlmeier glaubt fest daran, dass der Märchenkönig erschossen wurde. Er begegnete Menschen, die die Mordtheorie stützen und glaubt auch neue Indizien dafür gefunden zu haben. Nun will er das alles in seinem neuen Kinostreifen “Ludwig II – Die Wahrheit?” auf die Leinwand bringen.

Von Daniela Bode

Es ist, als hätte er ein glückliches Händchen, zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Schon öfter traf Filmemacher Klaus Bichlmeier aus Ottobrunn durch Zufall Menschen, die ihm für seine Dokumentarfilme spannendes Historisches erzählen konnten. So erging es dem 70-Jährigen auch dieses Mal mit interessanten Neuigkeiten zum sagenumwobenen König Ludwig II.

Das Quäntchen Glück und seine Freude an den Details halfen Bichlmeier, Geheimnisse herauszufinden, die aus seiner Sicht heute ein Ertrinken oder einen Selbstmord des Königs unwahrscheinlich erscheinen lassen.

König Ludwig II. König Ludwig II.
Ein Kreuz markiert im Starnberger See den Ort, an dem König Ludwig II. am 13. Juni 1886 den Tod fand. Was dort an dieser relativ seichten Stelle nahe am Ufer geschah, ist bis heute nicht bewiesen. An Spekulationen fehlt es freilich nicht.

(Foto: Sebastian Beck)

Auch ein Stück Stoff vom Hemd des Königs spielt dabei eine Rolle, dessen Besitzer der Filmemacher durch Zufall traf. Dass ein Film, in dem er neue Erkenntnisse zum Tod des Königs liefert, beim Publikum auf großes Interesse stoßen könnte, witterte Bichlmeier früh. Er machte eine Probe aufs Exempel und ergänzte eine Sequenz über den Märchenkönig in seiner Dokumentation “Zeitreise München” um die neuen Aspekte und führte den Film bereits einem Publikum vor. “Es war eine Stunde lang mucksmäuschenstill”, sagt er. “Da wusste ich, das interessiert die Leute.” Jetzt tüftelt der Ottobrunner Filmemacher an einer Kinoversion. “Ludwig II. – Die Wahrheit?” soll der heißen. Er soll im kommenden Februar in die Kinos kommen. Eine Vorversion zeigt Bichlmeier am Wochenende in der “Gotzinger Trommel” in Weyarn im Landkreis Miesbach. Der Zeitpunkt ist gut gewählt, jährt sich doch der Todestag Ludwigs II. am Dienstag, 13. Juni, zum 131. Mal.

Seit jeher wird über die Todesumstände des Königs gerätselt. Hat er sich umgebracht? War es ein Unfall oder gar ein Attentat? “In meinem Film komme ich zu dem Schluss: Der König ist erschossen worden”, sagt Bichlmeier. Er setzt mehrere Details wie zu einem Mosaik zusammen und rekonstruiert die Todesnacht am 13. Juni 1886 akribisch. Durch Zufall kam der Ottobrunner in dem Lokal “Gotzinger Trommel” in Weyarn beim Schweinsbraten-Essen mit einem gewissen Ade Huber ins Gespräch. Wie sich herausstellte, war sein Urgroßvater Leonhard Huber der Schlossverwalter in Berg, der König Ludwig damals aus dem Starnberger See gezogen hat. Er und der Fischer Lidl sollen auch dabei gewesen sein, als dem toten König sein Hemd ausgezogen wurde. Wie Bichlmeier erzählt, behielt sich Leonhard Huber einen Streifen des Hemds als Souvenir. “Jetzt ist es in Besitz vom Urenkel Ade”, sagt der Filmemacher.

König Ludwig II. Dokumentarfilm über König Ludwig II.
Ein Streifen vom Totenhemd Ludwigs II.

(Foto: Claus Schunk)

Eine Bestechung, von der niemand wusste

Aber das ist längst nicht alles, was er vom Nachfahren des Schlossverwalters erfuhr. Vielmehr soll dieser dazu angehalten worden sein, über die Todesnacht zu schweigen. Dafür soll ihm ein lebenslanges Wohnrecht in Nymphenburg eingeräumt worden sein. Den Vertrag, der letzteres belegt, hat Bichlmeier gesehen. “Von dieser Bestechung hat bisher keiner etwas gewusst”, sagt er.

Ungereimtheiten also, die den Verdacht nähren, dass hier etwas vertuscht werden sollte. Bichlmeier führt außerdem Details an, die seiner Meinung nach klar die Mord-These stützen. So soll der Amtsarzt Doktor Magg, der Ludwig nach seinem Tod untersuchte, im offiziellen Protokoll geschrieben haben, der König habe nur Schürfwunden gehabt. Als er selbst im Sterben lag, soll er aber seiner Tochter gegenüber sein Gewissen erleichtert haben mit folgenden Worten: “Die Wahrheit ist: Der König hatte am Rücken furchtbare Schusswunden”, gibt Bichlmeier wieder. Diese These sieht der Filmemacher nicht zuletzt auch nach der Begegnung mit einem Zeitzeugen als erwiesen an: Er traf vor kurzem Fritz Beyhl, der auf Schloss Nymphenburg gelebt hat und dessen Vater dort als Handwerker tätig war.

Jener Vater soll dabei gewesen sein, als Ludwigs Mantel mit den zwei Einschusslöchern verbrannt wurde, und das der Familie danach erzählt haben. Auch mit dem Brief – die Öffentlichkeit erfuhr voriges Jahr von seiner Existenz -, in dem Ludwig wenige Tage vor seinem Tod einen Hilferuf absetzte und von einer “schändlichen Verschwörung” gegen sich spricht, stützt der Filmemacher seine Theorie. “Der Brief beweist: Unser König war nicht verrückt”, sagt er. Diese Faktoren – also der Brief, das Protokoll des Arztes, das lebenslange Wohnrecht für den Schlossverwalter und die Aussage des Zeitzeugen – “haben sich zu einem explosiven Stoff” entwickelt, findet Bichlmeier.

König Ludwig II. Dokumentarfilm über König Ludwig II.
Klaus Bichlmeier bereitet oft historische Sujets filmisch auf. Nach der Geschichte Münchens arbeitet er jetzt an “Ludwig II. – Die Wahrheit?” Ein Vorfilm wird am Samstag gezeigt.

(Foto: Claus Schunk)

Historie anschaulich und unterhaltsam

Damit das alles aber nicht nur spannender Stoff bleibt, sondern auch spannend anzuschauen ist, peppt der Ottobrunner die Erzählung filmisch auf vielfältige Weise auf. Das hat sich schon bei der “Zeitreise München” bewährt, die seit sechs Jahren immer wieder vorgeführt wird und anschaulich und unterhaltsam die Historie der Stadt zeigt. Interviews mit Ludwig-Forschern reichert Bichlmeier mit Bildern an und ordnet das Gesagte ein. Er hat auch selbst Bilder gemalt, beispielsweise von der Bergung des Königs und seines Psychiaters Bernhard von Gudden aus dem Boot. Auf Basis des Buchs von Alfons Schweiggert “Ludwig II. Die letzten Tage des Königs von Bayern” erzählt Bichlmeier Schritt für Schritt die letzten 100 Stunden Ludwigs in einem Protokoll.

Um hier keine Langeweile aufkommen zu lassen, arbeitet er mit regelmäßigen Stilwechseln, etwa von dramatischer zu langsamer Musik. “Es ist die Kunst, die Leute am Einschlafen zu hindern”, sagt der Filmemacher. Der Reaktion auf die jüngste Filmvorführung nach zu urteilen ist sich der Ottobrunner sicher, dass das auch bei der Kinoversion gelingt.

Ob er wohl bald wieder auf Menschen trifft, die ihm einen brisanten Stoff für einen Film liefern? Es sei zwar stets Zufall, sagt Bichlmeier. Aber er gehe eben mit “sehr offenen Augen” durch die Welt, sei sehr aufgeschlossen und spreche die Leute an. Das lässt auf die nächste Dokumentation hoffen.

Source : http://www.sueddeutsche.de/muenchen/landkreismuenchen/koenig-ludwig-ii-explosiver-stoff-1.3540456