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His life his work

Monthly Archives: October 2016

Otto Ier, frère de Louis II : une biographie

Jean Louis Schlimm stellt sein Buch über Otto I. von Bayern vor

Eine königliche Tragödie

Jean Louis Schlim signiert nach seiner Lesung Bücher.

Schwangau – In seinem neuesten Buch hat sich der dezidierte König Ludwig II.-Kenner Jean Louis Schlim mit dessen jüngerem Bruder Otto beschäftigt. Im Museum der bayerischen Könige in Hohenschwangau stellte der gebürtige Luxemburger nun das Werk über König Otto I. von Bayern vor.

Nicht ganz auf den Tag genau 100 Jahre nachdem König Otto I. von Bayern verstorben ist, wurde nun eines der vielleicht umfänglichsten Werke über diesen unglücklichen Bayernkönig vorgestellt. Erstmals erhielt Jean Louis Schlim Zugang zu vielen, bislang unveröffentlichten Dokumenten und sogar zum geheimen Hausarchiv der Wittelsbacher.

Herausgekommen ist ein über 200 Seiten umfassendes Werk mit zahlreichen, größtenteils unveröffentlichten Bilder. Dieses zeichnet das Leben Ottos von Wittelsbacher auf das Genaueste nach. Ein Leben, das untrennbar auch mit der bayerischen Geschichte verwoben ist, und in sich selbst eine Königstragödie darstellt. Um das außergewöhnliche Leben Ottos I. von Bayern besser verstehen zu können, müsse man die Umstände betrachten, in die er hineingeboren wurde, so Jean Louis Schlim zu Beginn seines Vortrages, der eine Mischung aus Lesung und Geschichtsstunde wurde.

Ottos Geschichte beginnt schon mit dessen Ahnen, seinem Vater und dessen Großväter, die zu einem gewissen Teil die späteren Ereignisse mit steuern sollten. So hatte Ludwig I., Ottos Großvater, über eine Verfassungsänderung nachgedacht, nachdem sein Sohn Max II. Anzeichen für eine Nervenkrankheit gezeigt hatte, von der er aber vollständig genesen sollte. Und auch Ludwig I. sorgte für Unruhe im Volk durch seine Affäre mit der Tänzerin Lola Montez.

So wird Sohn Otto mitten in die revolutionären Verhältnisse in München 1848, hineingeboren, zwei Monate zu früh, wie Schlim in seinen Ausführungen anmerkt. Zwar erholt sich der Knabe rasch von den Strapazen, doch die Ängste, die seine Mutter Marie von Preußen angesichts der Umstände erlebt haben musste, müssen sich auch auf Otto übertragen haben, wie Schlim aus Gesprächen mit Psychotherapeuten weiß. Otto und Ludwig werden auf ihre Rolle im Herrscherhaus vorbereitet und sind darüber hinaus Burschen, die auf die Jagd rund um das Familienschloss Hohenschwangau gehen.

Otto zieht in den Krieg

Schlim hat nicht nur Fotos mit privaten Momenten der beiden Königskinder gefunden. Er kann auch auf das genaueste die sich anbahnende Freundschaft bzw. Liebe zwischen Otto und der Tochter von Prinzessin Auguste und Luitpold, Therese, nachzeichnen. Eine Liebe (Königin Marie übernimmt die Erziehung der Prinzessin nach dem Tode Augustes 1864), die sich Therese ein Leben lang erhalten und sich doch nie erfüllen sollte. Denn Otto muss, anstelle Ludwigs, in den Krieg ziehen, während Ludwig quasi nur die Staatsgeschäfte führt. Und Jean Louis Schlim findet einen Auslöser für die Krankheit Ottos. Es ist die Schlacht von Bazeilles oder vielmehr das Massaker am ersten September 1870, das die deutschen Truppen anrichten, und dessen Zeuge Otto wird.

Hatte der Knabe bis dahin mit seinen Zinnsoldaten gespielt, bekommt er nun zu hören, wie Menschen und Tiere gleichermaßen schreien können vor Schmerzen, erklärte Schlim. Als Kriegsheimkehrer neigte er zu Aggressivität und Wut – so wird er beschrieben – und der so vehement wie erfolglos versucht die Proklamation des deutschen Kaisers zu verhindern. Wie viel mehr hinter diesen wenigen Zeilen steckt, zeigt die Tatsache, dass von höchster Stelle verhindert wurde, eine Brief, den Ludwig angeblich geschrieben haben soll, grafologisch untersuchen zu lassen.

Dass man dem König in dieser Causa die Hand geführt und er quasi gegen seine Überzeugung das Bayernreich an die Preußen abgegeben habe, wurde schon des Öfteren gemunkelt. Und hier beginnt auch die Geschichte wirklich interessant zu werden. Es gibt nicht nur die ersten Versuche Ludwig zu diskreditieren, man prangert die angebliche Geldverschwendung des Königs an und zerrt sein Privatleben in die Öffentlichkeit.

Zwei Ottos

Schlim hat auch Belege gefunden, dass Ludwig seinen kleinen Bruder auf dem Thron lieber sähe. Doch der ist mittlerweile schwer krank, sein Zustand lässt sich nur noch schwer vor der Öffentlichkeit verbergen. Etwas, was Ludwig I. vorhergesehen hatte bzw. aus Furcht vor einer solchen Konstellation die Verfassung hatte ändern wollen. Wenn nämlich ein psychisch kranker König gekrönt werden müsste, der nicht mehr in der Lage ist zu regieren.

Und noch immer gibt es zwei Personen Otto, nämlich den Soldaten aus dem Deutsch-Französischen Krieg. Und jenen Otto, wie ihn Therese erlebt, erzählt Schlim. Ludwig II. stellte fest, man müsse Otto aus der Öffentlichkeit bringen, aus dem Schussfeld.

Rückzug aus Öffentlichkeit

Es beginnt das Verstecktspiel mit Schloss Nymphenburg und Schleißheim, mehrere Landaufenthalte in Franken und in Elbigenalb im Lechtal. Schließlich kommt Otto nach Schloss Fürstenried südlich von München wo er bis zum seinem Tod leben sollte. Hier kümmern sich zehn Ärzte um den Patienten, erklärt Schlim. „Und dann kommt es zu der Tragödie für Bayern, ja für die Welt“, so Schlim: Ludwig II. stirbt. Es muss, glaubt man Schlims Worten, eine wahre Tragödie weil Unglücksfall sein. Doch vorerst setzt Schlim diesen Ablauf in den Konjunktiv, man müsse zuerst weiter recherchieren, es könnte sich aber tatsächlich so abgespielt habe. Und hier kommt auch die Lektorin Schlims beim August Dreesbach-Verlag ins Spiel, Stefanie Weiß. War es doch nicht nur ihre Aufgabe, das „luxemburger Deutsch“, wie Schlim anfangs gemeint hatte, in ein Hochdeutsch zu bringen, sondern den Autoren auch daran zu erinnern, worum es im Buch gehen sollte. Schlim habe tatsächlich so viel Material zusammengetragen, so Weiß, dass es für mehrere Bücher reiche.

Doch „Im Schatten der Macht“ dreht sich ausschließlich um den fünften bayerischen König, Otto I. Von Bayern. Der nach Ludwigs Tod ernannt wird, ohne auch nur den Hauch einer Chance zu haben, je regieren zu können. An seiner statt übernimmt Luitpold, der Vater Thereses, die Regentschaft, formal ist Otto der König, deshalb heißt es auch Prinzregent Luitpold. Der beim Volk sehr beliebt sein sollte. Und er ist auch nicht der Königsmörder, für den ihn viele halten, stellt Schlim richtig. Der alleinerziehende Vater soll sogar gesagt haben: „Lasst mir meine Ruhe“. Anders als sein Sohn Ludwig, der sich zum Bayernkönig Ludwig der Dritte krönen lässt, obwohl Otto noch immer lebt.

Bücher zu gewinnen

Und mit Ende des ersten Weltkrieges auch der letzte Bayernkönig sein sollte, wurde doch 1918 der Freistaat ausgerufen. Ein Umstand, den Otto aber nicht mehr erleben sollte. Er stirbt, quasi in den Armen Thereses, mit 65 Jahren am 13. Oktober in Fürstenried.

Bei der Obduktion stellt man zwar alle möglichen organischen Probleme fest. Ein Nachweis aber über die psychische Erkrankung gibt es nicht. Die Geschichte Ottos kann jeder nun im vorliegenden Werk nachlesen, das im Museum der bayerischen Könige exklusiv vorgestellt wurde und derzeit auch nur dort erhältlich ist.

Oliver Sommer

Der Kreisbote verlost zwei signierte Exemplare von „Im Schatten der Macht – König Otto I. von Bayern“. Wer gewinnen will, sollte ab sofort bis Mittwoch, 19. Oktober, unsere Hotline 0137/826020506 (50 Cent pro Anruf aus dem dt. Festnetz, Mobilfunkpreis ggfs. abweichend) anrufen und die Lösung „Im Schatten der Macht“ nennen. Die Gewinner werden benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Wir wünschen viel Glück !

Source : p

Neuschwanstein : une gestion scandaleuse !

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Schwangau : Im Märchenschloss herrscht Unruhe

  • Der Präsident der Schlösserverwaltung soll hochgestuft werden und somit eine kräftige Gehaltserhöhung bekommen.
  • Er war zuletzt wegen Problemen im Zusammenhang mit Schloss Neuschwanstein unter Druck geraten.
  • Unter den Angestellten von Schloss Neuschwanstein regt sich Unmut.
Von Stefan Mayr, Schwangau

Auf Schloss Neuschwanstein steht der Winter und damit die Nebensaison vor der Tür. Mitte Oktober werden die Öffnungszeiten von neun auf sechs Stunden täglich reduziert. Dennoch herrscht unter den Mitarbeitern des Prachtbaus und auch beim Personal in der Münchner Zentrale der Bayerischen Schlösserverwaltung (BSV) große Unruhe.

Dies hat zwei Gründe: Zunächst wartet alles auf die Benennung des neuen Amtsleiters von Neuschwanstein – er oder sie soll nach Jahren der Querelen endlich Ruhe in die weltbekannte Märchen-Immobilie bringen. Obendrein regt sich unter den Angestellten Unmut, weil im bayerischen Doppelhaushalt 2017/18 eine kräftige Gehaltserhöhung für den Präsidenten der Schlösserverwaltung eingeplant ist.

Der schwäbische SPD-Landtagsabgeordnete Harald Güller kritisiert diese Pläne scharf. “Das Gefüge fällt auseinander”, sagt er, “an der Basis ist die Belegschaft angesichts des wachsenden Andrangs an der Belastungsgrenze und geht leer aus, aber an der Verwaltungsspitze soll das Gehalt erhöht werden.” Nach Angaben des Finanzministeriums soll BSV-Präsident Bernd Schreiber von Besoldungsstufe B 4 auf B 6 hochgestuft werden. Das entspricht einer Gehaltserhöhung um knapp 1000 Euro auf 8900 pro Monat.

Diesen Sprung begründet das Ministerium mit dem großen Aufgabengebiet: Der Präsident sei “verantwortlich für einen der größten Museumsträger” Deutschlands mit etwa 1000 Mitarbeitern und 45 Schlössern, Burgen und Residenzen, 27 Gartenanlagen und 21 Seen. Harald Güller spricht dennoch von einer “Unwucht” und fordert auch mehr Geld für die Bediensteten, “deren Schultern die ganze Arbeit tragen”. Der Landtag wird den Entwurf des Doppelhaushaltes Ende des Jahres beraten und beschließen.

“Der nächste Chef muss passen”

Schreibers Verwaltung war zuletzt unter Druck geraten, da auf Neuschwanstein zum zweiten Mal in Folge der Schlossherr respektive die Schlossherrin vorzeitig gehen musste. Zudem gab es etliche Gerichtsverfahren wegen Betrugs, Untreue und Mobbings, die Deutschlands berühmtestes Bauwerk in einem schlechten Licht erscheinen ließen. “Der nächste Chef muss passen”, heißt es deshalb aus der Belegschaft. Viele Mitarbeiter befürchten, dass wieder jemand aufs Märchenschloss versetzt wird, der den hohen Anforderungen nicht gewachsen ist.

Mit 1,5 Millionen Besuchern pro Jahr ist Neuschwanstein Bayerns Tourismusmagnet schlechthin. Die Belastung für alle Mitarbeiter von der angelernten Saisonkraft bis zum Amtsleiter ist groß; bis zu 6000 Besucher pro Tag in einem Haus, das voller musealer Kostbarkeiten steckt – die neue Führungskraft sollte sich gut auskennen, was Personal-Management und Kunstgeschichte angeht.

Zudem stehen Millionen-Renovierungsprojekte an, der Torbogen und die Prunksäle werden erneuert. Erfahrungen in Baufragen wären also auch nützlich. Der neue Chef soll laut Ministerium Mitte November anfangen. Eine öffentliche Ausschreibung gibt es nicht. Vielmehr wird Bernd Schreiber einen Mann oder eine Frau aus der BSV vorschlagen. Das letzte Wort hat das Finanzministerium.

 

Source : http://www.sueddeutsche.de/bayern/schwangau-im-maerchenschloss-herrscht-unruhe-1.3189977

Une administration de Neuschwanstein désastreuse !

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Mobbing, Rassismus und betrunkene Gäste, die in die Gemächer urinieren: Was ist los in Bayerns wichtigster Touristenattraktion?

Von Stefan Mayr, Schwangau

Es geschah am letzten Samstag im Juli, mitten in der Hauptsaison. An so einem Tag besichtigen bis zu 7000Menschen aus aller Welt das Schloss Neuschwanstein. Am Nachmittag um Viertel nach drei brach Unruhe unter den Besuchern und Mitarbeitern aus. Vier Feuerwehr-Fahrzeuge, ein Polizeiauto und ein Rettungswagen rasten mit Blaulicht den Schlossberg hoch. Feueralarm. Die Brandmeldeanlage hatte wegen Rauches im Verwaltungstrakt angeschlagen. Die Chefin des Hauses hatte in der Mikrowelle eine Breze anbrennen lassen.

Der Einsatz war nach einer Stunde beendet, es entstand kein Schaden. Dennoch waren die Leute von der Freiwilligen Feuerwehr Schwangau nicht begeistert über diesen unnötigen Zwischenfall. Erstens wurden sie aus ihrem Sommerfest gerissen. Zweitens war es nicht das erste Mal, dass die Schlossherren Essen anbrennen ließen. “Wir haben zum Ausdruck gebracht, dass wir das nicht lustig finden”, sagt Feuerwehr-Kommandant Siegfried Janta.

Kann es einen symbolischeren Zwischenfall geben? Alarm auf Schloss Neuschwanstein!? Jedenfalls kann man seit der Brutzel-Brezel nicht mehr behaupten, dass die verbeamteten Manager der bayerischen Schlösser auf der nationalen Ikone Neuschwanstein alles im Griff haben und nichts anbrennen lassen.

Es gibt viele neue unappetitliche Horrorgeschichten aus dem Schloss, von denen der Füssener Landtagsabgeordnete Paul Wengert (SPD) berichtet. Ihm zufolge habe ein Mitarbeiter einer privaten Sicherheitsfirma einer dunkelhäutigen Reinigungskraft zugerufen: “Nigger, mach die Türe zu!” Diese Beleidigung hätten zahlreiche Schlossbesucher mitgehört. Einmal sollen die Security-Leute sichtlich betrunkene Gäste ins Schloss gelassen haben, diese hätten dann in die Gemächer uriniert und mussten von Führern rausgeworfen werden. Ein Security-Mann soll alkoholisiert zum Dienst erschienen sein, einer soll Besucherinnen mit anzüglichen Bemerkungen belästigt haben.

ll das sind Geschehnisse, die Bayerns wichtigste Touristenattraktion in keinem guten Licht erscheinen lassen. Mit den Vorwürfen konfrontiert, antwortet die Bayerische Schlösser-Verwaltung (BSV) ausweichend. “Es gibt keine konkreten Hinweise, die die genannten Vorwürfe bestätigen”, schreibt sie. Um dann zu berichten, dass der Objektleiter der Security-Firma seines Postens enthoben wurde, dass ein anderer Mitarbeiter freigestellt wurde, dass es eine Abmahnung und eine Kündigung gab. Ganz schön drastische Maßnahmen, die wohl nicht ohne Grund ergriffen wurden.

1,5 Millionen Besucher aus aller Welt

Was ist da los auf Neuschwanstein? Das Schloss des bayerischen Märchenkönigs Ludwig II. ist weltweit ein Symbol für ganz Deutschland. In der Bundesrepublik gibt es wohl kaum ein Gebäude, das berühmter ist. Reichstag und Brandenburger Tor? Olympiagelände, Frankfurter Römer? Nichts davon erreicht global die Symbolkraft und Bedeutung des entrückten Türmchen-Baus in den Allgäuer Alpen. 1,5 Millionen Besucher lassen sich pro Jahr durch die Schloss-Gemächer führen. Der Freistaat macht also mächtig Kasse auf Neuschwanstein und trägt auch eine große Verantwortung in Sachen Außenwirkung.

Diese Verantwortung liegt seit 2011 bei Finanzminister Markus Söder (CSU), ihm untersteht die Schlösserverwaltung. Zugespitzt formuliert: Auf Neuschwanstein zeigt sich, ob der ehrgeizige Söder das Management eines international bedeutenden Objekts beherrscht. Neulich ließ er sich gut gelaunt auf der frisch restaurierten Marienbrücke mit Blick aufs Schloss ablichten. Doch dass sein Wirken auf dem wichtigsten Besuchermagneten im Besitz des Freistaats bislang viel Luft nach oben lässt, konnte er nicht weglächeln.

SPD-Mann Wengert kritisiert den Möchtegern-Ministerpräsidenten jedenfalls scharf: “Herr Söder hat die Schlösserverwaltung offenbar nicht im Griff, deren Spitze in München ist mit ihrer Aufgabe wohl völlig überfordert.” Tatsächlich sind die Brutzel-Brezel und die Sprüche des Wachpersonals nicht die ersten peinlichen Dinge, die in den vergangenen Jahren in den königlichen Gemäuern passierten.

Jedes Jahr kommt mit neuen großen Problemen

2012 kursierte ein Foto von einer hochrangigen Mitarbeiterin, die auf dem Betstuhl des Königs ihren Mittelfinger Richtung Altar reckte. Und die Klingelschilder am Schloss-Portal trugen die Namen “Ludwig II”, “Richard Wagner” und “Sisi”. Für die einen sind das harmlose Scherze, für andere unfassbare Respektlosigkeiten.

2013 wurde der Erker im Wohnzimmer des Königs großflächig von Schimmelpilzen befallen und im Kammerdienerzimmer rissen sechs historische handgewalzte Fensterscheiben. Das Schloss-Personal sagt, Schuld an den Schäden sei unsachgemäße Arbeit der Restauratoren. Die BSV dagegen spricht von einem “völlig normalen bauphysikalischen Problem”, das mit “der exponierten Lage”, mit “Dauerregen” und “hohem Besucheraufkommen” zusammenhänge. Diese Darstellung ist mutig, nachdem die Scheiben zuvor 120Jahre und zwei Weltkriege ohne Schaden überstanden hatten. Und wer bitte ist verantwortlich dafür, die Besucherströme so zu regeln, dass keine Schäden entstehen?

2014 fand vor dem Amtsgericht Kaufbeuren ein Strafprozess gegen den ehemaligen Schlossverwalter und den Kastellan wegen Betrugs und Untreue statt. Das Verfahren wurde eingestellt, hinterließ aber einen faden Nachgeschmack. “Der Angeklagte hat nur ein seit Jahren etabliertes System übernommen”, sagte der Staatsanwalt damals. Zuvor hatten mehrere BSV-Mitarbeiter als Zeugen ausgesagt, die Verantwortlichen in der Schlösserverwaltung hätten von unversteuerten Barauszahlungen an die Führer gewusst.

2016 fand vor dem Arbeitsgericht Kaufbeuren ein Termin statt, der unschöne Details aus dem Innenleben des Schlosses an die Öffentlichkeit beförderte. Von Mobbing und Schikanen war die Rede. Es ging um zwei Abmahnungen der Schlossherrin Katharina Schmidt gegen den Leiter des Führungsdienstes. Sie musste diese Abmahnungen aus der Personalakte streichen. Am Donnerstag verkündete Schmidt den überraschten Mitarbeitern nun, sie lasse sich in die BSV-Zentrale nach München zurückversetzen. Auf SZ-Anfrage wollte sie sich dazu nicht äußern. Im August hatte sie noch vom “schönsten ArbeitsplatzDeutschlands” gesprochen.

Das sehen einige der 30 festangestellten Mitarbeiter etwas anders. Schmidts Rücktritt ist ein Schlussstrich unter jahrelange Querelen, aber auch ein weiterer Beleg für eine unglückliche Personalpolitik der BSV. Denn Schmidts unrühmlicher Abgang ist bereits der zweite innerhalb von drei Jahren. Auch ihr Vorgänger wurde vorzeitig vom Schloss gejagt. Die Stimmung im Personal hat in all den Jahren des Schreckens stark gelitten, deshalb wirft der Abgeordnete Wengert der BSV und dem verantwortlichen Minister Söder “Missmanagement” vor. Er fordert: “Es braucht jetzt endlich eine qualifizierte Führungskraft, die Erfahrungen auf einer exponierten staatlichen Liegenschaft hat und soziale Kompetenz mitbringt.”

Ungeduld im Söder-Ministerium

Die Antwort von Söders Sprecherin lässt eine gewisse Ungeduld durchblicken: “Wir haben die Schlösserverwaltung angehalten, alle Vorkommnisse abzustellen und endlich für eine dauerhafte Befriedung zu sorgen. Das beinhaltet auch personelle Veränderungen.” Die BSV gelobt Besserung: “Die Schlösserverwaltung arbeitet mit hoher Priorität daran, vor Ort eine bessere Zusammenarbeit zu ermöglichen.”

Voraussichtlich im November wird der neue Chef anfangen. Ein Schloss-Mitarbeiter, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will, blickt dem Termin mäßig optimistisch entgegen: “Es herrscht jetzt gespannte Erwartung, wer als nächstes kommt.” Er hoffe auf jemand, der nicht nur mit Mikrowellengeräten, sondern auch mit Menschen umgehen kann.

 

Source : http://www.sueddeutsche.de/bayern/tourismus-ein-schloss-im-zwielicht-1.3164994-2

11 octobre 1916 : il y a 100 ans mourait Otto Ier

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11. Oktober 1916 – König Otto I. von Bayern stirbt

Am Fronleichnamstag 1875 wirft sich ein junger Mann während der feierlichen Messe in der Münchner Frauenkirche vor die Füße des Bischofs und bekennt lauthals seine Sünden. Dabei resultiert das öffentlich Gebeichtete weniger aus einem unchristlichen Lebenswandel als aus den Wahnvorstellungen des 27-Jährigen. Ein Eklat, der nicht nur das Hochamt unterbricht, sondern weitreichende Folgen hat: Der Eindringling ist der jüngere Bruder vom Ludwig II., König von Bayern.

Sein Sündenbekenntnis wird einer der letzten öffentlichen Auftritte des Wittelsbacher Prinzen sein. Künftig wohnt Otto I. gut bewacht von der Familie auf Schloss Fürstenried. Ärzte ordnen Eisduschen, harte Abreibungen, Moralpredigten und Morphiumgaben an. Doch Otto leidet weiter unter Halluzinationen, Angstattacken und Schreianfällen. König Ludwig II. lässt seinen Bruder schließlich entmündigen und muss sich von dem Gedanken verabschieden, er könne frühzeitig abdanken und das ungeliebte Amt an Otto übergeben.

Komplott oder Geisteskrankheit?

Als 1886 der kinderlose Märchenkönig Ludwig II. unter mysteriösen Umständen im Starnberger See stirbt, wird Otto I. zum König proklamiert. Da dieser aber wegen seines wirren Gemüts nicht regierungsfähig ist, übernimmt dessen Onkel Luitpold die Staatsgeschäfte. Einige bezweifeln, dass der König wirklich geisteskrank ist und wittern eine Verschwörung. “Entweder seien die Preußen dahinter oder Bismarck oder die nächste Verwandtschaft im bayerischen Königshaus, vor allem Prinzregent Luitpold”, erklärt Historikerin Katharina Weigand die damals kursierenden Gerüchte. Dennoch regiert Luitpold für die kommenden 26 Jahre, danach übernimmt sein Sohn Ludwig III., während Otto I. bis zu seinem Tod von der Öffentlichkeit ferngehalten wird. “Bayerns unglücklichster König“, wird später der Titel seiner Biografie lauten.

Geboren wird Otto von Wittelsbach 1848 mitten in der Revolution als zweiter Sohn von König Maximilian II. von Bayern und seiner Frau Marie von Preußen. Schon früh bemerkt die Familie, dass mit ihrem Jüngsten etwas nicht stimmt. Mit fünf Jahren soll er Stimmen gehört haben, die ihm Vorschriften gemacht und Aufträge erteilt haben sollen. Später entwickelt der Junge einen Waschzwang. Als Dreizehnjähriger sammelt er seine Exkremente in einem Gefäß. Dennoch gilt er als aufgeweckt und liebenswürdig, Frauen beschreiben ihn als charmanten jungen Mann.

Fast drei Jahrzehnte Schattenkönig

Nach dem Militärdienst – Otto kämpft 1866 gegen die Preußen – fällt er durch aggressives Verhalten auf. Das Gerücht vom “Jugendirresein” macht die Runde und Otto verschwindet hinter dicken Schlossmauern. Seine Mutter tritt auf Druck von Beratern zum katholischen Glauben über, um so Ottos Genesung herbeizuführen. Aber das erhoffte Wunder bleibt aus. Bis heute ist unklar, woran Otto I. leidet. “Die Mehrzahl der Mediziner glaubt heute, dass es eine Erkrankung aus dem schizophrenen Bereich gewesen ist“, sagt Historikerin Weigand.

Nach dem Tod der Mutter kümmert sich aus der Familie nur noch die Cousine Therese, die ihn seit ihrer Jugend vergöttert, um den Schattenkönig. Sie notiert: “Du bist allein, vereinsamt das Gemüt. Dein junges Leben vor der Zeit verblüht.” Fast drei Jahrzehnte ist Otto I. der unsichtbare König Bayerns, ohne jemals eine Stunde regiert zu haben. Er stirbt am 11. Oktober 1916, zwei Jahre bevor die bayerische Monarchie abgeschafft wird.

Programmtipps:

Auf WDR 2 können Sie den Stichtag immer gegen 9.40 Uhr hören. Wiederholung: von Montag bis Samstag um 18.40 Uhr. Der Stichtag ist nach der Ausstrahlung als Podcast abrufbar.

“ZeitZeichen” auf WDR 5 (9.45 Uhr) und WDR 3 (17.45 Uhr) erinnert am 11. Oktober 2016 ebenfalls an den Todestag von Otto I. Auch das “ZeitZeichen” gibt es als Podcast.

Stichtag am 12.10.2016: Vor 45 Jahren: Musical-Uraufführung von “Jesus Christ Superstar”

Otto, le roi oublié !

Monarch ohne Macht

Bayerns vergessener König Otto I.

Zum 100. Todestag König Ottos I. von Bayern, am 11. Oktober, erinnert Michael Zametzer an den vergessenen Monarchen, dessen bedrückende Biographie auch ein Licht auf das Leben am Hof der Wittelsbacher, und auf die Anfänge der Psychiatrie im späten 19. Jahrhundert wirft.

Von: Michael Zametzer

Stand: 09.10.2016 |Bildnachweis

Otto Wilhelm Luitpold Adalbert Waldemar, Sohn König Maximilians II. und der Königin Marie von Preußen, kam in stürmischen Zeiten zur Welt. Im Revolutionsjahr 1848. In Berlin stand Richard Wagner auf den Barrikaden, in Frankfurt trat die Paulskirchenversammlung zusammen, die Habsburger flohen vor den Aufständischen von Wien nach Mähren – und in München? In München stürzte Großpapa Ludwig I. über die skandalös zur Schau gestellten Beine der irischen Tänzerin Lola Montez. Der König und das Showgirl – die Münchner Bürgerschaft revoltierte.

“Und somit ist zu erklären, daß die gute Königin Mutter mitten in den ganzen Wirren aus dieser Angst heraus plötzlich zu früh ihr Kind geboren hat und diese ganzen Ängste, die sie erlebt hat, dann auf ihren Sohn Otto übertragen hat.”

(Jean Louis Schlim, Sammler und Autor)

Die eiserne Hand des Vaters Max II.

König Maximilian II. von Bayern | Bild: picture-alliance/dpa / Quagga Illustrations

König Maximilian II. von Bayern

Otto hatte eigentlich alle Anlagen zum bewunderten, umschwärmten König: Stattdessen siechte er, der jüngere Bruder von Ludwig II., die Hälfte seines Lebens dahin: Geistig umnachtet, von Halluzinationen gequält. Weggesperrt auf Schloss Fürstenried, vor den Toren Münchens.

Sein Vater, König Max II., hatte auf die Erziehung mit dem Rohrstock gesetzt, ganz nach den Methoden der Zeit. Er, der selbst zu seinem Vater Ludwig I. alles andere als eine innige Beziehung hatte aufbauen können, vergrämte seine Kinder durch seine eiserne Hand: Härte, Sparsamkeit, Fleiß, Gehorsam und vor allem eine geradezu bigotte Frömmigkeit – das waren seine Werte.

“Wir haben vor unserem Vater gezittert!” Soll Ludwig, der Kronprinz, später einmal gesagt haben.

Onkel Luitpold übernahm die Regierungsgeschäfte

Nach dem tragischen Tod seines Bruders, König Ludwig II., führte Otto drei Jahrzehnte lang den Titel “König von Bayern”, länger als alle andern bayerischen Monarchen. Dabei hat er keinen Tag die Amtsgeschäfte geführt, nie richtig regiert. Der greise Onkel Luitpold übernahm diese Aufgabe als Prinzregent und prägte eine ganze Epoche.

Luitpold, Prinzregent von Bayern, Sohn König Ludwigs I., ab 1886 Regent für seinen geisteskranken Neffen Ludwig II. und Otto I. | Bild: picture alliance/akg-images

Prinzregent Luitpold von Bayern

“solange Otto gelebt hat, hat Luitpold sich gescheut, hier auch nur annähernd den Eindruck zu erwecken, er wollte den Thron erben. Er hat sich bei Thronreden immer neben den Thron hingestellt, als alter Mann, steht der dann diese Lange Thronrede durch und steht da neben dem Thron wie ein Schuljunge, das heißt er hatte dadurch natürlich auch bei der Öffentlichkeit wieder Sympathie gewonnen, das muss man sagen. Und so ist eben Otto König geworden und gleichzeitig für Ludwig II. tätig geworden, nämlich als Schuldentilger, unfreiwillig. Er wollte das vielleicht nicht, aber er konnte ja da nicht mehr reagieren, und hat dann auch noch die Schulden seines Bruders übernommen.”

(Alfons Schweiggert, Autor)

Dabei hatte Ottos Leben so vielversprechend und hoffnungsvoll begonnen: Zeitzeugen beschreiben ihn als äußerst liebenswürdiges Kind. Einfühlsam, fantasievoll, in unverbrüchlicher Treue zu seinem älteren Bruder Ludwig. Und dennoch waren die Schatten, die sich zunehmend über seinen Geist legen sollten, schon früh zu sehen.

“Er war unbewusst liebenswürdig, nicht berechnend, nicht gesucht, sondern gerade durch seine bescheidene Liebenswürdigkeit äußerst gewinnend. Zu dieser liebenswürdigen Bescheidenheit gesellte sich eine Einfachheit und Natürlichkeit, die anziehen musste. Offen und gerade in seinem Wesen war er unterschütterlich fest, wenn es galt, seine Überzeugung zu vertreten. Dazu beseelte ihn eine seltene Güte, ein seltenes Wohlwollen für die Menschheit, welche mich an die meines Vaters gemahnte. All diese edlen Charakterzüge zogen mich an und im Umgang mit ihm fühlte ich mich gehoben, fühlte ich mich, ein besserer Mensch zu werden.”

(Prinzessin Therese von Bayern, Ottos Cousine und Tochter des Prinzregenten Luitpold)

Der Autor Alfons Schweiggert | Bild: picture-alliance/dpa / Peter Kneffel

Alfons Schweiggert

“Nach seinem Tod ist tatsächlich der Schleier des Vergessens über ihn gesenkt worden, und auch in den Biografien über Ludwig II. sind eben nur die Nebensätze: Er hatte einen kranken Bruder und dann wird gleich Fürstenried genannt, wo er dann interniert war, bis zu seinem Tod. Aber es wird nicht die Beziehung zu seinem Bruder Ludwig und auch die Situation, die er, obwohl krank, für die bayerische Politik auch mit ins Spiel gebracht hat, die bleibt unerwähnt. Das ist natürlich schade und darf nicht sein.”

(Alfons Schweiggert, Autor)

Buchtipps:

Bayerns unglücklichster König. Otto I., der Bruder Ludwigs II.

  • Autor: Alfons Schweiggert
  • Gebundene Ausgabe: 288 Seiten
  • Verlag: Verlag Sankt Michaelsbund (21. September 2015)
  • ISBN-10: 3943135667
  • ISBN-13: 978-3943135664

Im Schatten der Macht –: König Otto I. von Bayern

  • Autor: Jean Louis Schlim
  • Gebundene Ausgabe: 208 Seiten
  • Verlag: August Dreesbach Verlag; Auflage: 1 (11. Oktober 2016)
  • ISBN-10: 3944334809
  • ISBN-13: 978-3944334806

Source : http://www.br.de/radio/bayern2/bayern/land-und-leute/koenig-otto-1-von-bayern-zum-100ten-todestag-zametzer100.html