previous arrow
next arrow
ArrowArrow
Slider
Sa vie son oeuvre

Archives mensuelles : septembre 2018

L’assassinat de Louis II : un film révèle de nouvelles preuves.

Résultat de recherche d'images pour

HOLLFELD. Für Klaus Bichlmeier ist das Rätsel gelöst: König Ludwig II. hat im Starnberger See nicht etwa Selbstmord begangen. Er ist dort vielmehr erschossen worden, daran gibt es keinen Zweifel mehr. Der Mörder des Märchenkönigs: ein regierungstreuer Gendarm. Konkreter wird der Film nicht, der im Hollfelder Kintopp gezeigt werden soll. Und obwohl der Film, der das mittlerweile 132 Jahre alte Rätsel lüften soll, bisher nur in Oberbayern gezeigt wurde, hat er es bereits in englische Zeitungen geschafft.

Die Dokumentation sei anders als die gut 200 Filme, die bisher über den bayerischen Märchenkönig gedreht worden sind. Sie zeige weniger die Heile Welt des Mannes, der für seien Bausucht bekannt war und den Bayern Schlösser wie Neuschwanstein, Herrenchiemsee und Linderhof hinterlassen hat. Vielmehr geht es um eine Rekonstruktion der letzten Stunden des Königs.

Auslöser für den Film ist ein Brief, der vor zwei Jahren vom Hausarchiv der Wittelsbacher freigegeben wurde und den Bichlmeier als „Urknall der Ludwigforschung“ bezeichnet. Der Brief, drei Tage vor seinem Tod an seinen Vetter Prinz Ferdinand Ludwig geschrieben, rüttelt an der Theorie, wonach Ludwig II. nicht mehr Herr seiner Sinne gewesen sei und unter anderem deswegen entmachtet wurde. Einstimmig hatte der Ministerrat am 9. Juni 1886 die Absetzung des Königs und die Übernahme der Regentschaft durch Prinz Luitpold beschlossen. In Schloss Neuschwanstein bekommt Ludwig II. davon Wind, lässt die ersten vier „Irrenpfleger“, die ihn holen sollen, noch verhaften. Während sich ein zweiter Trupp zu ihm unterwegs ist, schreibt er den Brief. „Denke was Unerhörtes heute geschehen ist!!“, schreibt er in dem Dokument, das gemeinhin als Hilferuf gedeutet wird. Von einer „schändlichen Verschwörung“ und von Schand-Rebellen“ ist die Rede. Den Vetter bittet er, ihm zu helfen, damit „Licht in diesen Abgrund von Bosheit“ kommt.

Nach Veröffentlichung des Briefes begibt sich Bichlmeier auf Spurensuche. Er findet zwei Männer, die die Mord-These stützen, die bislang aber noch nie öffentlich dazu Stellung bezogen haben. Einer der zwei ist Willy Beyhl. Dessen Vater soll ein Handwerker der Wittelsbacher gewesen sein. Seine Dienstwohnung habe auf Schloss Nymphenburg gelegen. Vor 57 Jahren sei ein Chauffeur der Wittelsbacher vorstellig geworden um den Mantel des Königs in der Wohnung des Handwerkers zu verbrennen. Bis dahin sei der Mantel, den Ludwig II. noch im See getragen habe, von Reichsgräfin Josephine von Wrbna-Kaunitz aufbewahrt worden. In der Wohnung des Handwerkers sollte er verbrannt werden, weil dort der letzte verbliebene Ofen des Schlosses gestanden habe. Willy Beyhls Vater habe in dem Mantel zwei Einschusslöcher entdeckt.

Der zweite Mann, den Bichlmeier in seinem Film zum Reden bringt, ist Ade Huber. Er soll der Urenkel von Leonhard Huber sein, dem Mann, der Ludwig II. 1886 aus dem Starnberger See gezogen haben soll. Eine Urkunde belege, dass der Uropa offenbar dadurch zum Schweigen gebracht wurde, dass man ihm lebenslanges Wohnrecht auf Schloss Nymphenburg versprochen habe. Vor allem die bisher unbekannten Zeitzeugen sind es, die selbst die London Times über Bichlmeiers Film berichten ließ.

Dass der Film in Hollfelder Kintopp gezeigt wird, ist einem Speichersdorfer Ludwig-Fan zu verdanken. Jürgen Hofmann aus Göppmannsbühl hat Original-Unterschriften des Märchenkönigs erstanden, hat alle Schlösser des Märchenkönigs besucht, hat 15 Bücher über Ludwig II. teils mehrfach gelesen. „Der Mythos fasziniert mich“, sagt Hofmann, der wie der Filmemacher Bichlmeier überzeugt ist, dass der König erschossen wurde. Von bayerischen Gendarmen, die der Regierung näher waren als dem König. Und als Hofmann von dem Film erfuhr und erste Kritiken darüber las, habe er sich gedacht: „Den will ich sehen, aber nach Oberbayern fahre ich deswegen nicht.“ Als gebürtiger Kulmbacher, aufgewachsen in Alladorf, kenne er das Kintopp von Kindesbeinen an. Schließlich stellte Hofmann den Kontakt zwischen dem Filmemacher und dem Vorsitzenden des Kintopp-Vereins, Winfried Hartl, her. Eine Vorführung zur Festspielzeit scheiterte an der Sommerpause des Kinos. Hofmann bedauert das. „Wagner-Fans sind Ludwig-Fans“, sagt der Speichersdorfer. Tatsächlich hat Wagner Ludwig II. viel zu verdanken. Fasziniert von der Sagenwelt der Wagner-Opern rief der gerade erst zum König gekürte Ludwig II. den verschuldeten Komponisten 1864 nach München. Dort versprach er, den Komponisten großzügig zu fördern und seine Schulden zu begleichen.Später mietete er ihm eine Villa in München und unterstützte seine Pläne für den Bau eines Festspielhauses in Bayreuth.

Und dennoch: Hartl, der Vorsitzende der Kintopp-Freunde, sagt, er sei zunächst gar nicht begeistert von der Idee gewesen, den Film in Hollfeld zu zeigen. Immerhin 13 Euro Eintritt wird die Vorstellung kosten. Ob ein solcher Preis in der Fränkischen Schweiz, wo die Halbe 2,30 Euro kostet, gut ankommt? Andererseits müsste man eh regionales Publikum ansprechen um die 170 Sitzplätze besetzt zu bekommen. Nicht selten zeigt das Kintopp Filme, zu denen gerade einmal 15 Zuschauer kommen. Und zu guter Letzt zweifelte Hartl daran, dass sich die Franken in ausreichend hoher Zahl für das Schicksal des bayerischen Königs interessierten. Schließlich entschieden sich Hartl und seine Mitstreiter aber dazu, den Film zu zeigen. Ein volles Haus sei möglich, schließlich sei der Film außerhalb Oberbayerns noch kein einziges Mal gezeigt worden.

Info: Das Kintopp zeigt die Dokumentation „Ludwig II. – Unerhörtes ist geschehen“ am Sonntag, 28. Oktober um 11 Uhr. Die etwa zweistündige Vorstellung besteht aus Einspielern und Redebeiträgen des Filmemachers Klaus Bichlmeier, der anwesend sein wird. Karten für die Vorstellung kosten 13 Euro und werden bald über www.okticket.de erhältlich sein.

Louis II et l’architecture : un roi moderne et progressiste !

König Ludwig II. war weit mehr am technischen Fortschritt interessiert als bisher angenommen

Der Kini – ganz von dieser Welt

MÜNCHEN
München (DK) Geheimnisvoll, unergründlich, weltfremd – so stellt man sich Ludwig II. vor. Und der Bayernkönig hat an diesem Image ja selbst fleißig mitgestrickt. Seine Schlösser in abgelegener Natur durften nur Auserwählte betreten, das Repräsentieren und die Demonstration von Macht lagen ihm fern.

Märchenkönig mit Interesse an technischen Neuerungen; König Ludwig II.
Märchenkönig mit Interesse an technischen Neuerungen; König Ludwig II.

dpa

Dass der Monarch als Bauherr und Staatsoberhaupt noch ganz andere Facetten hatte, beweist die von Ann Katrin Bäumler (Foto) kuratierte Ausstellung « Königsschlösser und Fabriken. Ludwig II. und die Architektur » in der Pinakothek der Moderne.

Frau Bäumler, müssen wir unser Bild vom weltfremden Märchenkönig korrigieren?

Ann Katrin Bäumler: Allerdings. Die jüngsten Forschungen zeigen, dass sich der Monarch sehr wohl mit den Problemen der Zeit auseinandergesetzt hat. Neben seinen Schlossprojekten hat er sich auch sonst viel mehr um architektonische Belange gekümmert, als wir meinen. Und er unternahm viel für den technischen Fortschritt.

Konkret?

Bäumler: Mobilität und Elektrizität sind ihm wichtig. Die Eisenbahn war das schnellste Verkehrsmittel dieser Zeit, die hat er enorm gefördert. Die unzähligen kleinen Privatbahnen in Bayern wurden verstaatlicht, das Streckennetz stark verdichtet und dabei auch genormt. Und er hat 1882 die erste internationale Elektrizitätsausstellung von Paris nach München in den Glaspalast geholt. Rund ums Oktoberfest, das gleichzeitig stattgefunden hat, gab es eine elektrische Beleuchtung. Das war ein unbeschreibliches Ereignis, das auch international wahrgenommen wurde.

War das mehr Show, oder hat das die « Elektrisierung » vorangebracht? 

Bäumler: Kurz darauf gab es auch in Nürnberg die erste Straßenbeleuchtung, und so ging es weiter. Unter Ludwig erfuhren genauso die Industrieausstellungen eine erste große Blüte. Für die Nürnberger Schau 1882 wurde ein ganzer Stadtpark errichtet.

Inwiefern hat Ludwig sonst auf die Stadtplanung eingewirkt? 

Bäumler: Oft indirekt, indem er Grund zur Verfügung gestellt hat wie fürs Münchner Künstlerhaus am Lenbachplatz. Und er hat schon in ganz jungen Jahren Pläne für ein Richard-Wagner-Festspielhaus und eine Prachtstraße geschmiedet, da saß er gerade erst auf dem Thron. Zu dieser Zeit war sein Großvater Ludwig I. noch am Bauen und auch die Maximilianstraße seines Vaters längst nicht fertig. Also musste er sich zurücknehmen. Aber man merkt schon, wie er Einfluss nimmt – etwa durch die Situierung wichtiger Bauten. Nicht mit feudaler Geste wie seine Vorgänger, aber doch in wesentlichen Bereichen.

Wo zeigt sich das besonders? 

Bäumler: In München etwa an der Polytechnischen Schule gegenüber den Pinakotheken. Durch den Bau der heutigen TU wurden auch die umliegenden Straßen ausgebaut. Oder nehmen Sie den Auftrag zur Kunstakademie, die damals auf freiem Feld entstand. Sie zog ringsum zahlreiche Mietshäuser nach sich – oft mit Atelier. Und auch ums Gärtnerplatztheater, das Ludwig nach der Pleite rettet und zum Staatstheater macht, entsteht ein ganzer Stadtteil. Genauso Haidhausen ab etwa 1870 im Bereich des Ostbahnhofs. Zur Zeit Ludwigs wandelt sich München zur Metropole.

Ludwig, der entschiedene Kriegsgegner, ließ aber auch Kasernen bauen. 

Bäumler: Und nicht nur in München, sondern mit der Prinz-Karl-Kaserne auch in Augsburg. In Ingolstadt wurde damals die Landesfestung ausgebaut. Allerdings geschah das alles fast mehr noch aus Angst vor inneren Unruhen. Da war der König ganz realistisch.

Hat sich Ludwig dann wirklich für die Belange seiner Untertanen interessiert, oder dachte er strategisch? 

Bäumler: Beides. Mit der sozialen Frage hat er sich jedenfalls mehr auseinandergesetzt als bislang angenommen. Es ging ihm nicht nur um die industrielle Entwicklung im Agrarstaat Bayern, sondern auch um eine gute Ausbildung der breiten Bevölkerung. Im Zuge der Schulordnung von 1864 wurden bayernweit Realgymnasien gegründet. Und auch so eine Kleinigkeit wie die Einführung des Titels « Commerzienrath » war nicht ohne Wirkung. Damit wurden nicht nur unternehmerische Leistungen ausgezeichnet, sondern genauso soziales und kulturelles Engagement.

Die Bahnhöfe sind die neuen Kathedralen, und der Bürgerstolz findet in vielen neuen Rathäusern seine Entsprechung. 

Bäumler: Das hat auch mit dem neuen Selbstverwaltungsrecht der Kommunen von 1869 zu tun. Man sieht das am nicht gerade bescheidenen Neuen Rathaus in München, das man dem jungen Georg Hauberrisser anvertraut. Und bei den Bahnhöfen sind die Ansprüche besonders hoch: Zur Stadt hin haben wir ein repräsentatives Empfangsgebäude in traditionellem Massivbau, die Gleishalle dahinter ist eine moderne Glas-Eisen-Konstruktion.

Trotzdem leben ja die historischen Stile wieder auf. 

Bäumler: Als wollte man den Fortschritt oder das Neue damit verträglicher machen, ja. Es gibt übrigens einen interessanten Unterschied: Im öffentlichen Bauwesen dominiert die Neorenaissance, das sieht man etwa beim Alten Rathaus in Ingolstadt, das in den frühen 1880er-Jahren von Gabriel von Seidl und Lorenz Gedon umgestaltet wurde. Beim Sakralbau überwiegt dagegen immer noch die Neugotik, die seit den 1840er-Jahren verbreitet ist. Überhaupt werden einige Kirchen gebaut.

Womit hat das zu tun? 

Bäumler: Auch mit dem immensen Bevölkerungswachstum. Und stilistisch wirkt sich die Re-Gotisierung der Münchner Frauenkirche, aber auch die Fertigstellung des Regensburger Doms aus. Genauso entstanden in den 1860er- und 70er-Jahren bedeutende evangelische und jüdische Gotteshäuser. Das hat der gläubige Katholik Ludwig II. zum Teil aktiv gefördert.

Bei dieser Fülle vergisst man fast seine Schlösser. 

Bäumler: Aber sie sind eine Art i-Tupfen auf dem Ganzen und in ihrer Anlage doch erstaunlich modern. Der Thronsaal auf Neuschwanstein mag wie ein Sakralraum erscheinen, dahinter steckt neueste Bautechnik. Vor allem aber taucht man hier in eine ideale Welt ein – das haben wir heute im Kino.

Das Interview führte Christa Sigg. 

"Königsschlösser und Fabriken. Ludwig II. und die Architektur", bis 13. Januar in der Pinakothek der Moderne, München, Barerstr. 40, Di bis So 10 bis 18, Do bis 20 Uhr; Katalog (Birkhäuser) 39,95 Euro.