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Sa vie son oeuvre

Archives mensuelles : juin 2016

Louis II à l’avant-garde de la technologie…

24.06.2016 · OBERSTAUFEN

König Ludwig II. gab ihn vor über 160 Jahren in Auftrag: Halbzeit bei der Sanierung des Bahntunnels in Oberstaufen

Warum der Monarch die Strecke nicht um den Berg herum anlegen liess

Baustelle · Die gute alte Zeit: Das Bier war noch dunkel, die Burschen fesch, die Madeln sittsam und der bayerische König – na sagen wir mal visionär und auch ein bisschen weltfremd. Ludwig II. ließ nicht nur prunkvolle Schlösser bauen. Er war auch ein ausgesprochener Technik-Freak.

Tunnel-Patin Andrea Strubl
Tunnel-Patin Andrea StrublBild: Matthias Becker

Seinerzeit galt die Eisenbahn als Spitze der Ingenieurskunst. Deshalb förderte der Märchenkönig den Bau von Strecken und Bahnhöfen. Was noch fehlte zur Eisenbahn-Herrlichkeit, war ein Tunnel. Aber nirgends in seinem Reich war eine solche Röhre notwendig.

Da verfügte der „Kini“ kurzerhand, dass beim Bau der Strecke von Immenstadt nach Lindau die Gleise nicht völlig um den Berg mit Namen Staufen herumgeführt werden sollen, sondern am westlichen Abhang durch einen Tunnel. So kam Oberstaufen zum einzigen Eisenbahntunnel in Bayern südlich der Donau.

Solche Geschichten erzählten sich die Gäste, als am Donnerstag an der Tunnel-Baustelle Halbzeit gefeiert wurde. Die Eisenbahn-Röhre im Süden von Oberstaufen ist immer noch der einzige Bahn-Tunnel im Allgäu und auch in ganz Südbayern.

1853 errichtet, nagte schon lange der Zahn der Zeit an diesem Durchlass. Wasser drang ein und bildete im Winter Eiszapfen, der Querschnitt war mit acht Metern so eng, dass die beiden Gleise dicht nebeneinander lagen und die Züge nur Schrittgeschwindigkeit fahren konnten. Die Höhe reichte nicht aus für Doppelstockwaggons.

Seit zwei Jahrzehnten diskutierten deshalb Fachleute und Politiker, was mit dem maroden Loch zu tun ist. „Aus Kostengründen hätten wir es lieber einspurig gehabt“, gab gestern Dr. Volker Hentschel zu, bei der Deutschen Bahn zuständig für die Bereiche Bau, Betrieb und Instandsetzung. Kommunalpolitiker und der Freistaat Bayern pochten jedoch weiterhin auf die Zweigleisigkeit. Erst als der Freistaat bereit war, über drei Millionen Euro für das 25 Millionen Euro teure Projekt zuzuschießen, war 2012 klar, dass die große Variante kommen wird.

„Hier auf der zweigleisigen Strecke von Buchloe über Kaufbeuren, Kempten und Immenstadt nach Lindau einen Flaschenhals zu schaffen, hätte niemand im Allgäu verstanden“, sagte gestern Eberhard Rotter, Landtagsabgeordneter aus Weiler im Westallgäu und verkehrspolitischer Sprecher der CSU-Landtagsfraktion. Er freute sich deshalb über diese „zukunftsträchtige Lösung“, die sogar „den Einbau eines Fahrdrahtes“ ermögliche, sollte jemals die Elektrifizierung dieser Strecke kommen.

Im April begannen nun endlich die Bauarbeiten. Seither ist die Bahnstrecke zwischen Oberstaufen und Immenstadt gesperrt. Auf diesem Abschnitt verkehren Busse als Schienenersatz, was nicht immer gut funktionierte und anfangs zu viel Kritik geführt hatte.

15.000 Tonnen Gestein sind inzwischen herausgebrochen und abtransportiert. Dabei kamen 3,5 Tonnen Sprengstoff zum Einsatz. Da krachte es oft in der Früh und am Abend. Weshalb sich Oberstaufens Bürgermeister Martin Beckel schmunzelnd für diesen „pünktlichen Weckdienst“ bedankte.

Die Bauarbeiten liegen voll im Zeitplan, sagte DB-Pressesprecher Franz Lindemair gegenüber unserer Zeitung. Der erste Zug soll am 20. Oktober den Tunnel passieren.

Source : http://www.all-in.de/nachrichten/rundschau/Koenig-Ludwig-II-gab-ihn-vor-ueber-160-Jahren-in-Auftrag-Halbzeit-bei-der-Sanierung-des-Bahntunnels-in-Oberstaufen;art2757,2311949

Cérémonie d’hommage à Berg

Stadtgespräch | 130. Todestag von König Ludwig II.

Zwischen Gedenken und Folklore

14.06.2016

Auch in diesem Jahr wird in der Gemeinde Berg am Starnberger See des Todes von König Ludwig II. gedacht. Laut offiziellen Berichten ist der sogenannte Märchenkönig am 13. Juni 1886, also vor 130 Jahren, im Starnberger See gemeinsam mit seinem Psychiater Bernhard von Gudden ertrunken. Nicht alle glauben dieser Version.

König Ludwig II – der Gedenkort.

Die genauen Umstände, die zum Tod von König Ludwig II. geführt haben, sind noch immer ungeklärt. Kurz vor seinem Tod hat man ihn auf Bestreben der Regierung von vier Ärzten untersuchen lassen und für unmündig  weil “seelenkrank” erklärt. Nur wenige Tage später wurden er und sein Psychiater, nachdem sie nicht von einem Abendspaziergang zurückkehrten, leblos in knietiefem Wasser im Starnberger See gefunden.

Von amtlicher Seite hat man sich den Tod damals so erklärt: Ludwig wollte Selbstmord begehen. Beim Versuch, ihn davon abzuhalten, kam auch sein Psychiater ums Leben. Nicht alle glaubten dieser Geschichte, auch heute noch.

Der Tod von Ludwig II: Wer kennt die Wahrheit?

Der Berliner Hobby-Historiker Peter Glowasz glaubt sogar eindeutige Anzeichen für eine Ermordung des Königs gefunden zu haben. Um seine Theorie zu bestätigen, möchte er den Sarkophag von Ludwig II. röntgen lassen. So bliebe auch die Totenruhe des Verstorbenen gewahrt. Für die Nachfahren des “Märchenkönigs” rund um Leopold Prinz von Bayern ist das allerdings keine Option.

Die Wahrheit zu kennen, das glaubt auch der bayerische Geheimverbund der Guglmänner, die sich als Hüter der Monarchie verstehen. In Schwarze Kutten gehüllt begleiten sie die jährliche Gedenkfeier um König Ludwig II. Ihre (Verschwörungs-)Theorie zum Mord am “Märchenkönig” haben sie in einer Dokumentation auf YouTube zusammengefasst. Allerdings gibt es viele Zweifel an ihrer Theorie. Das Rätseln um die Todesursache macht das Ganze noch interessanter. Wenn man weiß, wie er gestorben ist, geht der Reiz verloren. – Rupert Monn, Bürgermeister der Gemeinde Berg am Starnberger See

Gedenken in der Tracht

Veranstalter der jährlichen Gedenkfeier ist die “Vereinigung Ludwig II. Deine Treuen”, die verhindern will, dass die Leistungen von König Ludwig II. in Vergessenheit geraten. Neben der Vereinigung finden sich auchKönigstreue, Trachtenvereine und Einzelpersonen aus ganz Deutschland zur Gedenkfeier zusammen.

An diesem Tag wird in Berg am Starnberger See also nicht nur der Person Ludwigs gedacht, sondern die Bayern gedenken auch ihrer selbst. In Tracht, Uniform oder Dirndl lauscht man echten bayerischen Volksliedern und erinnert sich der Vergangenheit.

Aber warum der Bayern-König noch immer so fasziniert und wer vom Mythos rund um König Ludwig II. profitiert, das erklärt der Bürgermeister der Gemeinder Berg am Starnberger See Rupert Monn im Gespräch mitdetektor.fm-Moderatorin Anke Werner.

Foto Stadtgespraech König Ludwig_ Rupert MonnEs gibt in der Gemeinde niemanden, der sich an König Ludwig II. stört, wir haben viele Fans hier.Rupert MonnBürgermeister der Gemeinde Berg am Starnberger See.

Hommage à Berg

Erinnern an Ludwig II.Ehrensalut für den Kini

Starnberg: Votivkapelle Todestag Konig Ludwig II
Die Königstreuen treffen sich im Juni an der Votivkapelle im Berger Schlosspark zu einem Gedenkgottesdienst anlässlich des Todestages von Ludwig II.

(Foto: Nila Thiel)

Von Otto Fritscher, Berg

Natürlich lässt sich auch das Bayerische Fernsehen solche Prachtkerle nicht entgehen wie den Waldhütter Werner. Trachtenhut mit riesigem Gamsbart, Schnurrbart und Lederhose, und an der Leine zwei Dackel, die auf die schönen Namen « Kini » und « Sisi » hören. « Für einen Patrioten ist es einfach Pflicht, heute hier bei der Gedenkfeier für König Ludwig II. bei der Votivkapelle zu sein », sagt er. Klar, dass Waldhütter gerne wieder einen König hätte, der Bayern regiert. Und wie ist es mit König Horst? « Naa, der Seehofer kann höchstens an Fürsten, aber koan Kini », sagt der Münchner.

Zeit für Interviews ist ja an diesem regnerischen Sonntagvormittag genug, denn die Gedenkfeier beginnt eine Viertelstunde später als geplant. Der Grund für die Verzögerung ist ungewöhnlich: Militärpfarrer Mirko Zawiasa, der die Messe liest, ist eigens aus Cuxhaven angereist. Doch er muss noch mal zurück ins Hotel, weil er ausgerechnet die Hostien dort vergessen hat. Stammgast bei der Feier, die heuer anlässlich des 130. Todestags des Märchenkönigs stattfindet, ist auch Peter Gauweiler, der ja nicht weit entfernt wohnt. « Das gehört für mich zum Jahreslauf », sagt der Ex-Bundestagsabgeordnete. Und: « Natürlich hätte ich gerne einen König wieder. » Ob dies als Kritik an Ministerpräsident Seehofer zu verstehen ist, bleibt offen.

Auf jeden Fall stehen die Fahnenabordnungen der königstreuen Vereine stramm Spalier auf den Stufen zur Votivkapelle, der Gottesdienst findet vor der Kapelle statt, denn drinnen ist alles eingerüstet. So steht so mancher in großen Regenpfützen, aber für die Ehrengäste wie für Christa Baumgartner, die Vorsitzende der « Vereinigung Ludwig II. – Deine Treuen », und für Leopold Prinz von Bayern als Vertreter des Hauses Wittelsbach, ebenfalls in Berg zu Hause, ist ein schützendes Zeltdach aufgebaut worden, unter dem auch die Berger Blechbläser Zuflucht gesucht haben. Im Regen stehen dagegen die Chevaux legers, die leichten Reiter des 4. königlich-bayerischen Regiments, in ihren Paradeuniformen, die teilweise historisch-echt sind. So wie die Stiefel des Ehrenvorsitzenden des Regiments, Roman Bischof. « Die sind über 100 Jahre alt und sehr gepflegt », sagt er. Dann marschiert das Regiment ab, über den pfützengesäten Weg in den Schlosspark, um den Ehrensalut abzufeuern. Und zum Schluss noch ein Paukenschlag: Ein gemalter Kopf des Königs ragt aus dem Wasser. Aufschrift: « Es war Mord ». Meldet sich hiermit der Geheimbund der Guglmänner zurück.

Source : http://www.sueddeutsche.de/muenchen/starnberg/erinnerung-an-koenig-ludwig-ii-ehrensalut-fuer-den-kini-1.3030382

Plébiscite populaire

Kein Volksbegehren zur Todesursache von Ludwig II.

München (dpa/lby) – In Bayern wird es vorerst kein Volksbegehren zur Feststellung der Todesursache von König Ludwig II. geben. Nach dem erneuten Nein des ehemaligen Herrscherhauses Wittelsbach für eine Autopsie der Leiche hat der Berliner Geschichtsforscher Peter Glowasz sein Vorhaben zurückgezogen. Er bleibt aber dabei, dass die genauen Todesumstände geklärt werden müssten. «Die Sache ist nicht gestorben», sagte Glowasz am Montag. «Die Überprüfung des Leichnams ist überfällig.»

Ludwig II. starb am 13. Juni 1886 im Starnberger See – exakt vor 130 Jahren. Nach der regierungsamtlichen Version ertränkte er zuvor in geistiger Umnachtung seinen Leibarzt Bernhard von Gudden.

Ludwig II. wurde vor allem als Erbauer der Königsschlösser Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee unsterblich. Sein Leichnam liegt in einem Sarkophag in der Fürstengruft der St. Michaelskirche in München. Die Wittelsbacher weisen seit Jahrzehnten alle Forderungen zurück, den Sarg öffnen zu lassen. «Aus Pietätsgründen werden weder vom Haus Wittelsbach noch vom Wittelsbacher Ausgleichsfonds Untersuchungen an der Leiche König Ludwigs II. von Bayern gestattet», hieß es auch dieses Mal zur Forderung von Glowasz nach einer virtuellen Autopsie.

Der Forscher will herausfinden, ob die offizielle Version des Ertrinkungstodes von Ludwig II. zutrifft oder der glücklose Monarch auf seiner Flucht erschossen wurde. «Da seit vielen Jahren zahlreiche Indizien für ein Verbrechen an König Ludwig II. sprechen, müsste es oberste Aufgabe sein, dafür zu sorgen, dass der König vom Odium, ein Mörder und Selbstmörder zu sein, befreit wird», so der 79-Jährige.

Zur Erinnerung an den 130. Todestag des Königs waren am Sonntag mehrere Hundert Menschen am Starnberger See zusammengekommen. Nach einem Gottesdienst in der Votivkapelle im Schlosspark von Berg am Starnberger See gab es kurze Ansprachen, ehe an der Gedenksäule nahe dem Ufer ein Kranz niedergelegt wurde. An der Feier nahmen auch zahlreiche Königstreue in historischen Uniformen teil. Veranstalter war wie jedes Jahr die Vereinigung «Ludwig II. – Deine Treuen». Sie will das Andenken an den glücklosen Monarchen bewahren und dessen Lebenswerk würdigen.

König Ludwig II.-Forschung

Source : http://www.welt.de/regionales/bayern/article156180611/Kein-Volksbegehren-zur-Todesursache-von-Ludwig-II.html

Louis II, homme politique : interview de Christof Botzenhart

Zum 130. Todestag von Ludwig II.: „Ein König, der für das Volk unsichtbar war“

Bad Tölz – Für Monarchisten ist heute ein bedeutender Gedenktag: Der Tod von König Ludwig II. jährt sich zum 130. Mal. Ein Kenner des Märchenkönigs ist der Dritte Bürgermeister von Bad Tölz, Dr. Christof Botzenhart.

Der Geschichtslehrer am Geretsrieder Gymnasium, veröffentlichte 2004 seine Doktorarbeit mit dem Titel „Ein Schattenkönig ohne Macht will ich nicht sein: Die Regierungstätigkeit König Ludwigs II. von Bayern“. Im Kurier-Interview erklärt er, wie sich sein Blick auf Ludwig II. durch seine Forschungen verändert hat.

Herr Botzenhart, wie kam es dazu, dass Sie über Ludwig II. promoviert haben?

Dr. Christof Botzenhart: Das lag nicht daran, dass ich Monarchist oder Ludwig-Anhänger wäre. Mein Herz schlägt allgemein fürs 19. Jahrhundert. Nachdem klar war, dass ich die Doktorarbeit in Bayerischer Geschichte schreibe, landete ich fast zwangsläufig beim Königreich.

Dr. Christof Botzenhart

An Ludwig II. denkt man vor allem als Schlösserbauer und Märchenkönig. Sie aber haben das Regierungshandeln Ludwigs II. untersucht. Warum?

Botzenhart: König Ludwig II. war nicht nur ein Repräsentant, sondern auch ein Entscheidungsträger im Bereich der Exekutive. Doch in den wissenschaftlichen Büchern war darüber nichts Genaues zu finden. Es kann aber nicht sein, dass Ludwig II. in all den Jahren als König, also von 1864 bis 1886, nichts getan hat – sonst wäre ja der Staatsapparat zum Stillstand gekommen.

Welche Hinweise gibt es denn auf Ludwigs politische Anschauungen?

Botzenhart: Es gibt durchaus politische Äußerungen von ihm – vor allem im Zusammenhang mit der Reichsgründung 1870/71. Zudem hatte er einen anachronistischen absolutistischen Majestätsbegriff. Interessant war für mich auch, im Archiv Todesurteilsakten aus seiner Zeit zu lesen. Begnadigungen auszusprechen, war dem König vorbehalten. Bisweilen hat er das abgelehnt mit der Begründung, dass die Bevölkerung schon wissen soll, dass es die Todesstrafe noch gibt. Solche Untersuchungen anhand der Quellen fehlen noch für viele andere Politikfelder.

Allgemein denkt man eher, Ludwig II. habe sich von der Politik abgewandt und sich aufs Schlösserbauen konzentriert.

Botzenhart: Die reale politische Entwicklung hat ihn frustriert: Die Reichsgründung bedeutete die Aufgabe der bayerischen Unabhängigkeit. Die Verwaltung und die Minister gewannen immer mehr an Macht, so dass der König nicht allein regieren konnte. Ludwig II. missfiel auch der Parlamentarismus. Er hat immer geschaut, dass er keine Regierung ernannte, die der Landtagsmehrheit entsprach. Seit 1869 war dort die große Mehrheit konservativ-katholisch. Er aber ernannte liberale Regierungen. Da sieht man schon, dass er politisch dachte. Aber er hat sich im Lauf der Zeit politisch immer mehr zurückgenommen. Der Bau der Schlösser ist aber nicht als unpolitisch zu betrachten, sondern sie sind bewusst im Stil von Zeiten gehalten, in denen die Monarchie sehr stark war.

Gefiel es Ludwig II. besser zu repräsentieren als zu regieren?

Botzenhart: Zu repräsentieren und zu integrieren, waren im 19. Jahrhundert zentrale Aufgaben von Monarchen. Doch in dieser Hinsicht hat Ludwig II. versagt. Er war ein König, der für das Volk unsichtbar war. In seiner ganzen Regierungszeit hat er nur ein einziges Mal Franken bereist, einen Tag hat er in Landshut verbracht. In vielen Städten, wie etwa Augsburg, gab es keinen einzigen offiziellen Besuch.

Wie erklärt sich dann seine große Popularität?

Botzenhart: Er galt als Bannerträger gegen die Reichsgründung und gegen die „Verpreußung“ Bayerns – und für die bayerische Unabhängigkeit. Ob das historisch so richtig ist, sei dahingestellt. Ein weiterer Faktor war das Geheimnisvolle, das ihn umgab. Und er war großzügig. Er hat die caritativen Ausgaben verdoppelt.

Wie hat Ihre Promotion Ihr Verhältnis zu Ludwig II. verändert?

Botzenhart: Ich bin auch dadurch nicht zu einem glühenden Ludwig-Verehrer geworden. Aber ich lasse ihm mehr Gerechtigkeit widerfahren, sehe ihn inzwischen differenzierter, nicht mehr so plakativ bloß als Tourismus-Ikone und als Märchenkönig. Solche Klischees und der ganze Kitsch sind das Schlimmste, was man ihm antun kann.

Les mystères de Louis II

LUDWIG II. VON BAYERN
DIE GRÖSSTEN GEHEIMNISSE DES MÄRCHENKÖNIGS
Nicht nur die Bayern gedenken ihm heute: Vor genau 130 Jahren starb Märchenkönig Ludwig II. mit gerade einmal 40 Jahren. Grund genug, noch einmal auf das Leben des Monarchen zurückzublicken.

Ludwig II. von Bayern
Ludwig II. von Bayern
© GETTY IMAGES
Der Tod von Ludwig II. von Bayern gibt Historikern noch immer Rätsel auf.

Wenn König Ludwig (1845-1886) etwas liebte, dann waren es Musik und der technische Fortschritt. Keiner wusste, was sich hinter den Burgmauern von Neuschwanstein verbarg, bis die Tore nach seinem Tod für das Volk geöffnet wurden. Anlässlich seines 130. Todestages am heutigen 13. Juni verraten wir ein paar spannende Fakten über sein Leben.

LUDWIG ODER OTTO?
Hätte Ludwigs Großvater, der Alt-König Ludwig I. von Bayern (1786-1868), nicht dazwischengefunkt, wäre aus seinem Enkel Ludwig II. ein Otto geworden. Laut Volkskundler Till, wurde der Wunsch des Opas bei der Taufe respektiert. Dafür wurde sein drei Jahre jüngerer Bruder auf den Namen Otto getauft.

FASZINATION FÜR RICHARD WAGNER
Richard Wagner (1813-1883) wurde von König Ludwig so sehr verehrt, dass er dem hochverschuldeten Musiker aus der Misere verhalf: Er beglich all seine Schulden, um ihm ein sorgefreies Komponieren zu ermöglichen. Der bayerische Monarch holte Wagner nach München, wo dieser den Ring der Nibelungen inszenierte. Selbst im Schloss Neuschwanstein erinnerte alles an die großen Opernwerke Richard Wagners. Ludwig wollte dem Musiker sogar ein Festspielhaus in der bayrischen Landeshauptstadt errichten. Dagegen wehrten sich jedoch die Minister und so entstand es in Bayreuth.

LUDWIG – DER NACHTMENSCH
Nachdem Ludwig nicht die Möglichkeit hatte, absolutistisch zu regieren wie sein großes Vorbild aus Frankreich, Ludwig XIV. (1638-1715), sondern alles von seinen Ministern absegnen lassen musste, zog er sich immer mehr auf sein Schloss Neuschwanstein zurück. Dort machte er die Nacht zum Tag, weil er nachts seine Ruhe hatte. Um acht Uhr morgens, wenn das Volk arbeitete, ging er zu Bett. Drum hatten seine Köche abwechselnd Nachtschichten, da der Monarch am Abend frühstückte und nachts dinierte. Außerdem gefiel ihm Schwangau auch für einen Ausritt nachts am besten. Sein mysteriöses Leben brachte ihm daher den Beinamen „Märchenkönig“ ein.

EINZIGARTIG UND HOCHMODERN: SCHLOSS NEUSCHWANSTEIN
Keiner hatte jemals vermutet, was sich hinter dieser mittelalterlichen Fassade des Schlosses verbirgt: eine hochmoderne Ausstattung! Von Toiletten mit automatischer Spülung, über fließendes Wasser in allen Stockwerken bis hin zu Heißluft-Zentralheizungen – Ludwig liebte jeglichen Komfort. Er hatte im vierten Stock Telefonanschlüsse und eine elektrische Rufanlage, mit denen er mit seinen Dienern kommunizieren konnte.

Aber auch dem Personal erleichterte Ludwig die Arbeit im Schloss: Die Mitarbeiter hatten warmes und kaltes Wasser in der Küche und sogar einen Speisenaufzug, damit sie nicht ständig die Treppen hochlaufen mussten. Wer aber Ludwig kannte, wusste, dass er das für sich selber tat: Auf diese Weise musste er keinen seiner Angestellten in seine Zimmer lassen.

Übrigens war Schloss Neuschwanstein Vorbild für das bekannte Walt Disney Schloss. Insgesamt baute Ludwig drei Schlösser. Außer Neuschwanstein hinterließ er uns Schloss Linderhof und Schloss Herrenchiemsee. Geplant war ein viertes, für das es auch schon Baupläne gab: Es sollte Schloss Falkenstein heißen.

SEIN TOD WURDE NIE AUFGEKLÄRT
Es gibt viele Theorien um „Kinis“ Tod. Wie er letztendlich wirklich starb, weiß keiner so genau. Wenige Tage vor seinem Tod am 13. Juni 1886 entmündigte ihn die Regierung. Laut einem Gutachten von Psychologen, die den Monarchen nie wirklich untersucht hatten, war er „seelengestört“.

Ludwig wurde nach Berg am heutigen Starnberger See gebracht und sollte von seinem Arzt Bernhard von Gudden therapiert und beobachtet werden. Ludwig brach an seinem Todestag zu einem Spaziergang auf, gefolgt von seinem Arzt. Was danach passierte, bleibt für immer ein Rätsel.

Die einen glauben, dass von Gudden ihn vor einem Selbstmord bewahren wollte und dabei selber im See ertrank. Andere meinen, dass der König erschossen wurde und von Gudden gleich mit. Sieben Wochen nach Ludwigs Tod wurden die Türen von Neuschwanstein für die Öffentlichkeit geöffnet. Heute zählt die Burg des Märchenkönigs zu den meistbesuchten Schlössern Europas.

Source : http://www.bunte.de/royals/royals-weltweit/deutscher-adel/koenig-ludwig-ii-von-bayern-fuenf-mythen-um-den-maerchenkoenig-311691.html

13 juin 2016 : Mort de Louis II il y a 130 ans.

GEDENKEN

König Ludwig II. ertrank vor 130 Jahren

Zum Todestag von König Ludwig II. findet ein Gottesdienst statt. Zu der Feier werden mehrere Hundert Menschen erwartet.

Blick auf die Votivkapelle am Starnberger See. Foto: Peter Kneffel/Archiv

BERG.Zum Gedenken an den 130. Todestag von König Ludwig II. findet heute ein Gottesdienst statt. Traditionell beginnt die Feier mit einem Gottesdienst in der Votivkapelle im Schlosspark von Berg am Starnberger See. Danach gibt es kurze Ansprachen, ehe an der Gedenksäule nahe dem Ufer ein Kranz niedergelegt wird. Zu der Feier werden mehrere Hundert Menschen erwartet, darunter viele Königstreue.

Veranstalter ist die Vereinigung „Ludwig II. – Deine Treuen“. Sie will das Andenken an den glücklosen Monarchen bewahren und dessen Lebenswerk würdigen. In Erinnerung geblieben ist der „Märchenkönig“ vielen Menschen vor allem durch die Errichtung seiner Schlösser Neuschwanstein, Herrenchiemsee und Linderhof.

Der Bau des Schlosses Neuschwanstein machte König Lundwig II. zur Legende. In der Bildergalerie sehen verschiedene Schlösser und Burgen aus Bayern – natürlich auch Neuschwanstein:

Ludwig II. ertrank am 13. Juni 1886 zusammen mit seinem Psychiater Bernhard von Gudden im Starnberger See. Die genauen Todesumstände sind bis heute ungeklärt. Der Geschichtsforscher Peter Glowasz will die Todesursache Ludwigs II. durch eine Durchleuchtung des Leichnams feststellen lassen.

Source : http://www.mittelbayerische.de/bayern-nachrichten/vor-130-jahren-ertrunken-gedenken-an-koenig-ludwig-ii-21705-art1390101.html

Louis II et Edgard Poe

König verehrt AutorLudwig II. und Edgar Allan Poe

Am 13. Juni 1886, vor 130 Jahren also, starb König Ludwig II. Zeitlebens hatte er den amerikanischen Schriftsteller Edgar Allan Poe verehrt. Zu einer Begegnung der beiden kam es jedoch nie. – Markus Metz und Georg Seeßlen haben dennoch ein Treffen arrangiert – auf der Basis von weitgehend wortgetreuen Zitaten des Königs und des amerikanischen Autors.

Von: Markus Metz und Georg Seeßlen

Am Abend des 13. Juni 1886 ist er gestorben, ertrunken in den Wassern des Starnberger Sees. Ludwig II., König von Bayern. Der Märchenkönig, die tragische Gestalt. Kurz vorher hat man ihn entmündigt, gestützt auf ein psychiatrisches Gutachten, das wir heute als reichlich zweifelhaft empfinden müssen. Natürlich, Sonderbares gab es schon genug in seinem Leben. Das Zurückgezogene, Misstrauische, Menschenfeindliche, das besessene Bauen von Schlössern, einsame nächtliche Diners, bei denen der König die Toten zu Gast hatte und mit ihnen sprach. Ludwig war eher in dieser sehr eigenen, künstlichen Welt der Vergangenheit zuhause als in der allgemein zugänglichen Wirklichkeit seiner Zeit.

Der Autor und Illustrator Alfons Schweiggert | Bild: picture-alliance/dpa / Peter Kneffel

Alfons Schweiggert :

« Für Ludwig war das aber nicht verrückt, sondern er hat sich in diese Welt begeben. Und was war die Ursache, dass man so etwas tut? Das ist einfach, dass man sagt, diese Toten sind für einen selbst nicht tot, sondern real. Also man will diese Brücke beibehalten, die zwischen dem Reich der Lebenden und dem der Toten vorhanden ist. Und das ist das Grundthema in Poes Werk und das Grundthema in den Schlössern von Ludwig II., vor allem in seinem letzten Schloss, Schloss Falkenstein: wo dieser riesige Schlafsaal – das ist ja kein Schlafzimmer mehr – ein sakraler Raum war, in dem das Lager gleichzeitig Totenlager ist, gleichzeitig Auferstehungsmoment ist, sozusagen eine Brücke aus dem Diesseits zum Jenseits. Und das war für beide von unheimlicher Bedeutung. Und da spielt auch die Kunst eine ganz entscheidende Rolle, nämlich als Vermittlerin zwischen dem jenseitigen Bereich und dem diesseitigen Bereich. Das leistet sowohl für Poe als für Ludwig nur der Künstler – und beide empfanden sich so. »

(Alfons Schweiggert, Autor des Buches ‘Edgar Allan Poe und König Ludwig II.: Anatomie einer Geistesfreundschaft’)

« Für mich ist Poe einer der größten Menschen, die je geboren wurden »

Edgar Allan Poe | Bild: picture-alliance/dpa / Bifab

Edgar Allan Poe

Als Edgar Allan Poe am 7. Oktober 1849 starb, war Ludwig, der spätere bayerische « Märchenkönig », gerade vier Jahre alt. Die literarische Welt des amerikanischen Meisters des Phantastischen und Abgründigen, den Charles Baudelaire einen « neuen Heiligen in der Gesellschaft der erlauchten Unglückseligen » nannte, scheint Ludwig II. später nachhaltig beeindruckt zu haben. Ein Buch mit dem Titel « Edgar Allan Poe und König Ludwig II. – Anatomie einer Geistesverwandtschaft » stellt eine erstaunliche geistig-seelische Beziehung zweier genialer Persönlichkeiten fest: äußerliche und charakterliche Parallelen, ähnliche Interessen und psychische Merkmale, Überschneidungen hinsichtlich der künstlerischen Auffassungen und der Nähe zum Wahn. « Für mich ist Poe einer der größten Menschen, die je geboren wurden », soll Ludwig II. 1882 dem amerikanischen Journalisten Lew Vanderpoole verraten haben. Für ein einstündiges Gespräch mit Edgar Allan Poe, so Ludwig II. laut Vanderpoole, hätte er jederzeit seinen Thron gegeben.

Markus Metz und Georg Seeßlen machen das Unmögliche möglich: ein Gespräch zwischen E. A. Poe und dem Märchenkönig, ausschließlich auf der Basis wirklicher Äußerungen und Aufzeichnungen zum Tönen gebracht.

Ludwig II. – sein Leben, seine Zeit

Die königliche Familie: Vater Max, Mutter Marie, die Söhne Ludwig (l.) und Otto (r.) | Bild: Bayerische Schlösserverwaltung

Buchtipp:

Edgar Allan Poe und König Ludwig II.: Anatomie einer Geistesfreundschaft

  • Autor: Alfons Schweiggert
  • Broschiert: 176 Seiten
  • Verlag: EOS Verlag (3. November 2008)
  • ISBN-10: 3830673477
  • ISBN-13: 978-3830673477

Source : http://www.br.de/radio/bayern2/bayern/bayerisches-feuilleton/ludwig-2-edgar-allan-poe-metz-seesslen100.html

Meurtre ou suicide : Initiative populaire

GESCHICHTE

MORD ODER SELBSTMORD?

10.06.16

Volksbegehren soll Todesursache Ludwigs II. lüften

Ertrunken oder erschossen? Seit dem Tod Ludwigs II. im Starnberger See 1886 streiten Anhänger und Gegner über den Fall. Nun will ein Ludwig-Forscher endgültige Klarheit erzwingen.

« Seine Majestät sind in sehr fortgeschrittenem Grade seelengestört und zwar leiden Allerhöchstdieselben an jener Form von Geisteskrankheit, die den Irrenärzten wohl bekannt mit dem Namen Paranoia (Verrücktheit) bezeichnet wird. » Ganze 24 Stunden brauchte Bernhard von Gudden, Inhaber des Lehrstuhls für Psychiatrie an der Universität München, um sein Gutachten zu formulieren und in ordnungsgemäßer Form seinem Auftraggeber zuzusenden. Das war die Regierung des Königreichs Bayern.

Am 7. Juni 1886 hatte sie den berühmten Professor um eine Expertise gebeten, ob König Ludwig II. noch im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte sei oder nicht. Am nächsten Tag lag das Papier samt dreier Unterschriften von Kollegen Guddens vor. Ein Tag später wurde der Inhalt dem Ministerrat vorgestellt. Ludwig II. wurde abgesetzt und Prinz Luitpold zum Regenten ernannt. In der Nacht vom 12. auf den 13. Juni ertrankt der Ex-Monarch im Starnberger See – und mit ihm von Gudden.

War Ludwig der Mörder, der sich anschließend selbst umbrachte? Oder waren Auftragskiller eines hochgestellten Verschwörerkreises um den Vorsitzenden des Ministerrats, Johann Freiherr von Lutz, am Werk, die nicht nur den ungeliebten König, sondern auch ihren Gehilfen bei dessen Entmachtung für allezeit mundtot machen sollten? Die weltweite Gemeinde der Königstreuen, die eher der zweiten Version zuneigt, ist in den vergangenen 130 Jahren kaum kleiner geworden.

Ludwig II. von Bayern (1845-1886) – Stationen
Prinz Ludwig v.Bayern in Uniform/Albert

Ludwig II. von Bayern wurde 1845 als Sohn des Kronprinzen Maximilian geboren. Nach dem Rücktritt Ludwigs I. 1848 wurde sein Vater als Maximilian II. König.

Zu ihr zählt auch der Berliner Geschichtsforscher Peter Glowasz, der dieInternetseite « König Ludwig II. aktuell » betreibt. « Diese Geschichte des Märchenkönig muss neu geschrieben werden. Die bisherigen Darlegungen in der Ludwig-II.-Literatur zum Tode des Königs sind nicht mehr haltbar und somit völlig wertlos », ist das Resümee mehrerer Bücher, in denen Glowasz die These ausbreitet, Ludwig II. sei auf der Flucht hinterrücks erschossen worden.

Jetzt unternimmt er einen neuen Anlauf, Licht ins Dunkel und die endgültige Klärung der Todesursache des Märchenkönigs voranzubringen. « Das ist das große Anliegen vieler Millionen kunstsinniger Menschen aus aller Welt », sagt Glowasz. Nach seiner Überzeugung kann durch eine virtuelle Autopsie – eine Durchleuchtung des Leichnams – festgestellt werden, « ob Ludwig erschossen wurde oder nicht ». Diese moderne Technik könne bei geschlossenem Sarkophag eingesetzt werden. « So können wir endlich zu einem Ergebnis kommen, ohne die Totenruhe zu stören. »

Die Idee ist nicht neu. Doch diesmal will Glowasz seine Forderung mit allen Mitteln durchsetzen. Sollte das Haus Wittelsbach der Überprüfung des königlichen Leichnams nicht zustimmen, will Glowasz ein Volksbegehren in Bayern initiieren. Er ist überzeugt, genug Verehrer des « Kini » als Unterstützer zu finden: « König Ludwig ist eine öffentliche Person, die auf der ganzen Welt geliebt wird. Die Menschen haben ein Recht darauf, zu erfahren, wie er zu Tode gekommen ist. »

« Diese verlogene regierungsamtliche Version »

Glowasz verfolgt nach eigenen Angaben seit mehr als 35 Jahren das Ziel, den bayerischen Monarchen zu rehabilitieren. Offiziell gilt die Erklärung von 1886, wonach der gerade einmal 40 Jahre alte Ludwig in geistiger Umnachtung zuerst seinen Leibarzt Bernhard von Gudden ertränkt und danach Selbstmord begangen habe. « Diese verlogene regierungsamtliche Version gehört auf den Trümmerhaufen der Geschichte », sagt Glowasz.

Ludwig II. wurde vor allem als Erbauer der Königsschlösser Neuschwanstein, Linderhof und Herrenchiemsee unsterblich. Kritiker – und zahlreiche Historiker – sehen allerdings in den ruinösen Kosten für die Bauwut das eigentliche Motiv von Hof und Regierung, den König abzusetzen. Der Heidelberger Psychologe Heinz Häfner kam 2008 zu dem Schluss, dass « die Vereinsamung, unterstützt durch die soziale Phobie und die homosexuellen Bedürfnisse … die Abhängigkeit von seiner Passion des Bauens beschleunigt » hat. Der erzwungene Abbruch der Bautätigkeit habe Ludwig schließlich « mit Suizidgedanken » erfüllt, schreibt sein Biograf Hermann Rumschöttl.

Ludwigs Leichnam liegt in einem Sarkophag in der öffentlich zugänglichen Fürstengruft der St.-Michaelskirche in München. Das ehemalige Herrscherhaus der Wittelsbacher weist seit Jahrzehnten alle Forderungen zurück, den Sarg öffnen zu lassen. « Aus Pietätsgründen werden weder vom Haus Wittelsbach noch vom Wittelsbacher Ausgleichsfonds Untersuchungen an der Leiche König Ludwigs II. von Bayern gestattet », teilt der Wittelsbacher Ausgleichsfonds mit.

Die Dynastie der Wittelsbacher
Kroenung Ludwigs des Bayern / v.A.Kreling - Coronation of Ludwig of Bavaria / 1328 -

Das große Vorbild, dem es nachzustreben galt: Mit Ludwig IV. erlangte ein Wittelsbacher 1314 die deutsche Königskrone, 1328 wurde er gar vom Papst zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt (Bild).

Auch Glowasz scheiterte, als er vor Jahren schon einmal eine virtuelle Autopsie des königlichen Leichnams gefordert hatte. « Das haben die Wittelsbacher damals aus ethischen Gründen abgelehnt. Aber inzwischen ist die Technik so weit, dass man zu einem Ergebnis kommen kann, ohne den Leichnam des Königs zu berühren. » Die Untersuchung will der Autor noch in diesem Sommer mithilfe von Rechtsmedizinern aus Bern durchführen. Im dortigen Institut sollen die Aufnahmen ausgewertet werden.

Als letzte Chance, Klarheit über den Tod des « Kini » zu erlangen, könnte sich Glowasz vorstellen, ein Volksbegehren in Bayern auf den Weg zu bringen. Obwohl er in Berlin lebt, hätte er durchaus die Möglichkeit dazu: « Es ist völlig unerheblich, wo der Initiator wohnt. Damit der Antrag auf ein Volksbegehren zugelassen wird, muss er 25.000 Unterschriften von Stimmberechtigten in Bayern sammeln, die sein Vorhaben unterstützen », sagte ein Sprecher des Innenministeriums in München. Im zweiten Schritt prüfe das Ministerium, ob das Volksbegehren rechtlich zulässig ist.

Ob allerdings die Untersuchung des Leichnams von König Ludwig II. als Volksbegehren eine Chance hätte, ist fraglich. Mit diesem Instrument können Bürger eigentlich Einfluss auf Landesgesetze nehmen. Nicht ausgeschlossen ist jedoch, dass für Personen des öffentlichen Interesses besondere Regelungen angewendet werden können.

Stefan Jetz, Landesvorsitzender der Königstreuen in Bayern, räumt dem Vorhaben Glowasz’ wenig Chancen ein. « Ich habe juristische Bedenken, dass ein Volksbegehren gegen einen Privatmann zugelassen wird. » Obwohl er selbst davon überzeugt ist, dass Ludwig « beseitigt » wurde, hält Jetz die Klärung der Todesursache nach 130 Jahren nicht für nötig. « Meiner Meinung nach sollte man nach so vielen Jahren den Mythos lassen. »

Source : http://www.welt.de/geschichte/article156116549/Volksbegehren-soll-Todesursache-Ludwigs-II-lueften.html

Autopsie virtuelle

Historiker will Todesursache Ludwigs II. von Bayern klären

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9. Juni 2016,

Bis heute ranken sich zahlreiche Mythen um den Tod des Königs von Bayern. Eine virtuelle Autopsie könnte klären, ob er erschossen wurde München – 130 Jahre nach dem mysteriösen Tod von Ludwig II., König von Bayern, fordert der Berliner Historiker Peter Glowasz die endgültige Klärung der Todesursache des Monarchen. Nach Überzeugung des 79-Jährigen kann durch eine virtuelle Autopsie – eine Durchleuchtung des Leichnams – festgestellt werden, ob Ludwig erschossen wurde oder nicht.

Diese in der Schweiz entwickelte Technik könne bei geschlossenem Sarkophag eingesetzt werden, so Glowasz. « So können wir endlich zu einem Ergebnis kommen, ohne die Totenruhe zu stören. » Historiker will Volksbegehren Sollte das Haus Wittelsbach der Überprüfung des Leichnams nicht zustimmen, will er ein Volksbegehren in Bayern initiieren. « König Ludwig ist eine öffentliche Person, die auf der ganzen Welt geliebt wird. Die Menschen haben ein Recht darauf, zu erfahren, wie er zu Tode gekommen ist », so der Autor und Verleger, der seit mehr als 35 Jahren das Ziel verfolgt, den Ludwig II. zu rehabilitieren.

Der König von Bayern starb am 13. Juni 1886. Bis heute ranken sich zahlreiche Mythen um seinen Tod, etwa, dass er bei einem Fluchtversuch erschossen worden sei. Das ehemalige Herrscherhaus der Wittelsbacher weist jedoch seit Jahrzehnten alle Forderungen zurück, den Sarg öffnen zu lassen. Nach offizieller Version ertrank er im Starnberger See – wenige Tage, nachdem er auf Betreiben der Regierung für « unheilbar seelengestört » erklärt und entmündigt wurde. Sein Onkel Luitpold übernahm als Prinzregent die Regierungsgeschäfte. (APA, red, 9. 6. 2016)

Source : http://derstandard.at/2000038530030/Historiker-will-Todesursache-Ludwigs-II-von-Bayern-klaeren

NDLR : Complément d’information/Zusätzliche Informationen/For more information :

http://www.ludwig-zwei-forschung.de/aktuelles.php